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Baja Spanien 2008

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28.07.2008 - Bei der diesjährigen Baja Spanien haben die großen Teams nicht lange auf sich warten lassen: Für das Team Respol Mitsubishi kamen das französische Doppel Luc Alphand/ Gilles Picard , die spanischen Landsmänner Joan „Nani“ Roma/ Lucas Cruz jeweils im Pajero Montero an den Start, Hiroshi Masuoka/ Pascal Maimon nahmen hinterm Steuer eines MPR 14 Platz. Luc Alphand, der zuletzt im Mai die Transsiberico gewonnen hat, konnte eine Ruhepause einlegen und ging mit frischen Kräften ans Werk.

Auch im BMW-Lager hat man sich für die Baja gewappnet: Mit Nasser Al Attiyah und seiner schwedischen Beifahrerin Tina Thörner sowie dem erfahrenen Bruno Saby, der von Alain Guehennec copilotiert wird, gehen die stärksten Duos des Rennstalls auf die Strecke. Komplettiert wird das Dreierlei von dem Argentinier Orly Terranova und seinem australischen Beifahrer Lee Palmer, die ebenso wie ihre Teamkollegen auf den BMW X3 CC setzen.

Dank seiner Erfolge in Saudi Arabien und Italien geht Nasser Al Attiyah, dessen Terminkalender aus allen Nähten platzt, mit acht Punkten Vorsprung im Baja Cup ins Rennen in Spanien. Auch sein Kontrahent Boris Gadasin ist der Einladung in die spanische Sonne gefolgt uns so dürfte es eine spannendes Rennen werden!

Prolog, 17. Juli: 5,42 km
1 Nasser Al-Attiyah Tina Thorner QAT S BMW X3 CC 05:08.0
2 Joan Roma Lucas Cruz E E MITSUBISHI PAJERO EVO 05:10.3
3 Luc Alphand Gilles Picard F F MITSUBISHI PAJERO EVO 05:10.5
4 Filipe Campos Jaime Baptista P P BMW X3 CC 05:12.9
5 Orlando Terranova Lee Palmer RA AUS BMW X3 CC 05:16.3

1.Etappe, 18.Juli, 206 km zwischen Teruel und Longares
Strahlender Sonnenschein und Temperaturen nahe der 40°C-Grenze begrüßten die Fahrer heute zur ersten Etappe. Nasser Al-Attiyah und seine schwedische Copilotin Thorner legten für BMW ordentlich vor und konnten als Schnellste in der ersten Wertungsprüfung mit 4 Minuten 46 Sekunden Vorsprung vor dem Spanier Joan Roma die erste Etappe abschließen. Und das, obwohl er auf den ersten 50 Kilometern rund 40 Sekunden verloren hatte: „Aber dann habe ich angezogen und zu einem guten Tempo gefunden. Ich konnte mich vor die Mitsubishis setzen und in Führung gehen. Jetzt heißt es, auch am Samstag Gas zu geben und die Führung auszubauen, ohne Fehler zu machen.“ Die Spanier Roma/Cruz waren die schnellsten für Mitsubishi. Roma (Gewinner der Baja 2005) konnte sich glücklich schätzen, trotz einem Reifenschaden vorne rechts nach 4 Stunden 4 Minuten das Tagesziel erreicht zu haben: „Man muss bereit sein, einige Risiken in Kauf zu nehmen, wenn man gewinnen will und manchmal muss man dafür auch einen Preis bezahlen. Das Gelände morgen wird noch schneller sein als heute, deswegen muss man die Probleme hinter sich lassen und versuchen, weiter hoch konzentriert zu bleiben.“ Der Portugiese Filipe Campos besetzte mit seinem X3 CC den 3. Platz, auf den letzten Rang des Tages fuhr das russische Team mit Leonid Novitskiy und Oleg Tyupenkin. Luc Alphand und Gilles Picard erfuhren mit ihrem PAJERO EVO einen mehr als knappen 4. Platz: Fast hatten sie einen Platz auf dem Podest schon sicher, als auch sie nur 10 km vor dem Ziel eine Reifenpanne erwischte. Mit einer Minute Rückstand auf die Drittplatzierten beendeten sie schließlich den Tag. Dem deutschen Team Amadeus Matzker/Lars Würdemann gelang von Position 39 ein guter Start; es wird sich zeigen, wie lange Fahrer und Material dem anspruchsvollen Gelände standhalten. Nach einem spektakulären Überschlag musste Marc Blazques aus seinem brennenden Fornasari gerettet werden, er blieb zum Glück unverletzt. Nach seinem 6. Platz im Prolog hatte der 59jährige Franzose Bruno Saby mit seiner Ankündigung für Überraschung gesorgt, sich noch während des zweiten Tages der Baja vom Rallye-Sport zurückzuziehen. Über 40 Jahre lang hatte er im internationalen Motorsport mitgemischt und in den verschiedensten Disziplinen und immer auf hohem Niveau Leistung gezeigt, so zum Beispiel 2005 bei der Patagonia-Atacama.

1 Nasser Al-Attiyah Tina Thorner QAT S BMW X3 CC 03:59.40
2 Joan Roma Lucas Cruz E E MITSUBISHI PAJERO EVO 04:04.26
3 Filipe Campos Jaime Baptista P P BMW X3 CC 04:09.55
4 Luc Alphand Gilles Picard F F MITSUBISHI PAJERO EVO 04:10.57
5 Hiroshi Masuoka Pascal Maimon J F MITSUBISHI PAJERO EVO 04:16.59

2.Etappe, 19.Juli, 211,63 km zwischen Longares und Belchite
Nach einem frühen Start hatten die Teams bald Gelegenheit, die Maschinen zu warten, bevor sie zur längsten Etappe der Rallye starteten, die zuvor jedoch von den Organisatoren um 26 Kilometer gekürzt wurde. Wieder schien Al-Attiyah all seinen Kontrahenten davon zu fahren: Er konnte seine Führung auf 8 Minuten 34 Sekunden ausbauen. Ihm schien der Staub und die Hitze Zentralspaniens nichts auszumachen. Alphand berichtete hingegen, es sei „wie im Nebel zu fahren“. Trotz einer spannenden Aufholjagd verblieben Roma und Cruz auf dem 2. Platz hinter dem Duo aus Qatar und Schweden. Roma zieht Bilanz: „Heute morgen war es ziemlich hart. All der Staub und die tiefe Morgensonne brachten eine schlechte Sicht mit sich und wir wussten, dass wir Zeit verlieren würden.“ Dennoch gab er sich zuversichtlich, den Druck auf Al-Attiyah erhöhen zu können: „Wir werden dafür sorgen, dass er sich nicht einfach entspannt zurücklehnen kann. Wir haben keinerlei Grund, uns geschlagen zu geben.“ Die Franzosen Alphand/Picard waren zunächst noch die Zweitschnellsten des Feldes, ein Motorschaden zwang sie jedoch zu einem unfreiwilligen Ausstieg. Dramatisch wurde es um den Mitsubishi von Masuoka und Maimon: Sie kamen von der Straße ab, der BMW des Spaniers Moniz neben ihnen steckte mit seinen heißen Bremsen das trockene Gras in Brand, das wiederum den Mitsubishi brennen ließ. Dem japanisch-französischen Duo – zum Glück unversehrt - blieb nur noch übrig, ihren Wagen in Flammen aufgehen zu sehen. Matzker/Würdemann (Land Rover) konnten ihre Position auf den 20. Platz verbessern, mussten nach der Zieleinfahrt jedoch aus der Rallye aussteigen, da sich Würdemann bei der Landung nach mehreren Bodenwellen die Halsmuskeln und –sehnen überdehnt hatte und fortan nicht mehr als Beifahrer zur Verfügung stand. Das Team beendete das Rennen auf dem 21. Platz der Gesamtwertung liegend, was als guter Erfolg gewertet wurde – besonders da sie bis hierhin mit ihrem Fahrwerk und den neuen hydraulisch-pneumatischen Dämpfern keinerlei technische Schwierigkeiten gehabt hatten. Der Tag endete mit einem Besuch an der McRae-Gedenkstelle, die in Erinnerung an den ehemaligen Rallye-Champion errichtet wurde.

1 Nasser Al-Attiyah Tina Thorner QAT S BMW X3 CC 07:50.48
2 Joan Roma Lucas Cruz E E MITSUBISHI PAJERO EVO 07:59.22
3 Filipe Campos Jaime Baptista P P BMW X3 CC 08:04.32
4 Leonid Novitskiy Oleg Tyupenkin RUS RUS BMW X3 CC 08:34.59
5 Tonnie Van Deijne Wouter Rosegaar CZ CZ MITSUBISHI L200 08:48.18

3.Etappe, 20.Juli, 126,74 km zwischen Longares und Belchite
Auf den gleichen Streckenabschnitten wie am Vortag fuhren die Teams heute auf der letzten Etappe in den Süden Zaragozas, sowohl durch Flachland als auch von einem Tal ins nächste über Pässe, die teilweise über 600 Meter gelegen waren. Am Ende konnte Al-Attiyah seiner Favoritenrolle gerecht werden, er gewann mit 9 Minuten 08 Sekunden Vorsprung vor Roma. Auch unter schwierigen Bedingungen hatte er zu jedem Zeitpunkt die Kontrolle behalten und so seine Mitstreiter auf die hinteren Plätze verwiesen. Für ihn war es der dritte Sieg bei der FIA Baja in einem BMW X3 CC. Damit geht er auch für die nächste WM-Runde in Ungarn in Führung. Bei Kilometer 65,8 war sein direkter Verfolger und Lokalmatador Roma bis auf 8 Sekunden an ihn herangekommen, dieser konnte aber am Schluss dem Team Repsol Mitsubishi Ralliart nur den 2. Platz sichern. Man merkte Roma die Enttäuschung darüber an, womöglich wegen der zwei Reifenschäden am ersten Tag die Chance auf einen Sieg verpasst zu haben. Er resümierte im Ziel: „Ich denke, der zweite Platz ist besser, als überhaupt nicht anzukommen, aber wir sind ein Team, das gewinnen will. Deswegen war der Verlauf der diesjährigen Baja etwas frustrierend, vor allem wenn man merkt, dass all der Einsatz, den man unter schwierigen Bedingungen aufgebracht hat, vergebens ist, sobald man auf schnelleres Terrain kommt und der Rückstand nicht kleiner wird.“ Auch erkannte er das höhere Leistungspotential der Dieselmotoren bei den Konkurrenten an, gab sich aber optimistisch, da auch bei Mitsubishi geplant ist, den Pajero durch den dieselbetriebenen Racing Lancer MRX09 zu ersetzen. Insofern konnte die 25. Jubiläumsauflage der Baja Spanien auch als Test für die Rallye Dakar 09 angesehen werden, aus dem alle Beteiligten neue Erkenntnisse zu ziehen wussten, um zukünftige Verbesserungen möglichst schnell und effizient umsetzen zu können.

Endergebnis Autos:
1 Nasser Al-Attiyah Tina Thorner QAT S BMW X3 CC 09:28.58
2 Joan Roma Lucas Cruz E E MITSUBISHI PAJERO EVO 09:38.06
3 Filipe Campos Jaime Baptista P P BMW X3 CC 09:46.31
4 Leonid Novitskiy Oleg Tyupenkin RUS RUS BMW X3 CC 10:24.32
5 Tonnie Van Deijne Wouter Rosegaar CZ CZ MITSUBISHI L200 10:35.37

Motorräder:
Marc Coma heißt der Sieger der Baja Aragon bei den Motorrädern. Es überraschte niemanden, dass er in den schnellen Passagen mit seiner extrem starken 654 cc Maschine das Feld angeführt hat. Aber auch auf den technisch schwierigeren Stücken konnten die anderen Enduros ihren Abstand auf Coma nicht verringern, so dass dieser in verschiedenen Rennabschnitten die Bestzeit rausholen konnte. Nach der Rallye sagt Coma: „Mich überraschte das unglaublich stabile Fahrverhalten auch auf den technisch anspruchsvollen Passagen. Ich konnte trotz des größeren Hubraums immer wieder angreifen und so nicht nur meine Führung nach den schnellen Strecken verteidigen, sondern sie sogar noch ausbauen. Mit dieser Erfahrung und auf dem Level auf dem wir jetzt mit diesem Prototyp stehen, würde ich die 690 Baja Rennmaschine als ideale Alternative für die immer populäreren Baja-Rennen sehen.

Endergebnis Motorräder:
1 Marc Coma KTM 690 BAJA 09:40.35
2 Cyril Despres KTM 530 EXC 9:45.35
3 David Casteu KTM 530 EXC 10:04.55

Fotos: Kloubert und Concina

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