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Baja Italien - Kopf-an-Kopf-Rennen in Italien

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Zur Freude der Veranstalter der Baja Italien vermeldeten die Teilnehmerlisten mit 183 Fahrzeugen einen neuen Rekord!
Motorsport-Größen wie Boris Gadasin, Nasser Al-Attiyah und Mirsolav Zapletal hatten die Koffer gepackt, um das Rennen, das für den International Baja Cup für Cross Country Rallies zählt, für sich zu entscheiden.
Für Deutschland schwangen sich Tino Schmidt mit Beifahrer Philipp Tiefenbach und das Team um Madaeus Matzker hinters Lenkrad. Für Österreich starteten Christof Danner/ und Herwigh Zach.
Auch auf zwei Rädern wagten gleich fünf Starter aus Deutschland das italienische Abenteuer: Josef Jobst auf seiner KTM 525, Norman Kronseder (KTM 530), Ingo Zahn (KTM 525), Thorsten Fröhlich ( 525 KTM) und last but definitely not least Christina Mayer, die einzige Dame aus Deutschland auf einer Yamaha 450. In der Quad-Wertung waren Jürgen Mohr ( Polaris), Josef Schneider ( E-ATV), Ralf Roormann ( E-ATV) und Gerhard Arzberger ( E-ATV) gemeldet.
Wer allerdings auf einen sonnigen italienischen Vorfrühling erpicht war, der wurde eines Besseren belehrt: Regen und Nebelschwaden machten dem sonst von der Sonne verwöhnten Italien keine Ehre.
Dennoch: Das felsige und steinige Terrain wies auch dieses Jahr wieder seine Tücken auf und machte die Bühne frei für ein spannendes Duell!

14.03., Prolog, 8 km:
Weil im Vorfeld der Baja ein Landwirt gegen eine Rallye-durchfahrt protestiert hatte, entschloss die Organisation am Freitag, die Bergroute auf dem Monte Jouf zu canceln. Außerdem verzichtete man im Prolog auf den Start der Quads: Der beständige Regen hatte für kniehohe Wasserstände in den sonst ausgetrockneten Flussbetten barg ein zu hohes Risiko.
Dennoch konnte sich der Favorit Bors Gadasin im Nissan Navara beweisen, er holte sich die Bestzeit unter den Autos, vor Rene Leonid Novitskiy und Fazekas Karoly. Während Gadasin seiner Favoritenrolle gerecht wurde, fiel Nasser Al-Attiyah weit zurück. Der Qatari bleibe mit seinem BMW X3 in einem Wasserloch hängen, der Motor streikte und nur mit fremder Hilfe gelang es, den Wagen wieder flott zu kriegen: allerdings kostete das unfreiwillige Bad Attiyah 3 kostbare Minuten! Allerdings war er nicht der einzige Pechvogel: Amadeus Matzker und sein Copilot Lars Würdemann waren schon fast am Ziel, als ihnen die Dämmerung einen Strich durch die Rechnung machte: Im Dunkeln übersahen sie eine schwere Betonplatte, die dem Wagen beide rechten Reifen und Felgen zerstörte- so kurz vor dem Ziel noch einen Reifenwechsel vornehmen zu müssen, war natürlich besonders ärgerlich! Schnellster Motorradfahrer des Tages war Luca Manca, der das Ziel in 9:09:03 erreichte, vor Nicola Dutto ( Suzuki) und Matteo Graziani ( KTM). Doch es gab nicht nur strahlende Sieger: ein regelrechtes Drama spielte sich um den Deutschen Ingo Zahn ab! Bei dem Versuch, seinen Landsmann Norman Kronseder zu überholen erwischte er ungünstig einen Stein und flog durch die Luft- schwer verletzt lag er über 35 Minuten blutend zwischen den Felsen, ohne dass ein Hubschrauber oder Krankenwagen ihn fanden! Erst ein Geländewagen konnte den Verletzten schließlich bergen- doch damit nicht genug! Ingo Zahn musste eine Odysee über sich ergehen lassen, denn erst das dritte Krankenhaus, das angefahren wurde, nahm den Patienten um 2 Uhr nachts auf. Glücklicher Weise stellte sich der Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung als unbegründet heraus – mit einem gebrochenen Knie und einem Kapselriss in den rechten Fingern erholt sich der Deutsche nun von seinem Unfall.

15.03., 1. Etappe ( 3 Abschnitte)
Abschnitt 1: Am Samstag machte sich Nasser Al Attiyah auf, die am gestrigen Tag entstandenen Lücke zu schließen- und obwohl er die fünf Minuten innerhalb des ersten Streckenabschnittes bereits auf 3 Minuten schrumpfen konnte, waren es am Ende sogar 6 Minuten, denn der Qatari bekam 3 Strafminuten aufgebrummt, nachdem er zu spät zum Check-In erschienen war. Auf dem dritten Rang landete Janis Naglis aus Litauen (Mitsubishi Pajero). Das Team Matzker kämpfte mit Zündungsaussetzern. Für die italienische Seele gab es einen Wehrmutstropfen; die ersten neun platzierten Fahrer kamen nicht aus den eigenen Reihen: Erst Franco Grigoletto ergatterte einen 10. Rang. Quadfahrer Josef Schneider überschlug sich auf der ersten Runde mit seinem Fahrzeug und schied aus dem Rennen aus. Glücklicher Weise war nur seinem Quad etwas zugestoßen: die Gabel war völlig verbogen. Auch Gerhard Arzenberger und Ralf Roorman entschieden sich aufgrund der hohen Wasserstände das Renn nicht zu beenden.

Abschnitt 2: Auf dem zweiten Streckenabschnitt kam dann die Aufholjagd von Al Attiyah erst so richtig in Gang: Boris Gadasin verlor erneut Zeit und rettete sich einen Fünf Minuten Vorsprung ins Ziel und ahnte bereits, dass Al Attiyah ihm nichts schenken würde. Deutlich besser als am Vormittag lief es für Amadeus Matzker: Offensichtlich musste sich der Land Rover Defender erst mal warmlaufen- zumindest blieben Probleme mit dem Wagen aus. Hatten Tino Schmidt und Philipp Tiefenbach Morgens noch einen guten 11. Platz herausgefahren, waren sie nun gezwungen nach Kupplungsproblemen das Rennen vorzeitig abzubrechen und die Heimreise anzutreten. Bei den Motorrädern musste Luca Manca nur Alex Zanotti an sich vorbeiziehen lassen, bester Deutscher war Josef Jobst auf dem neunten Rang, gefolgt von Norman Kronseder auf Platz 10.

Abschnitt 3: Auf der letzten Wertungsprüfung des Tages wurde klar, dass Nasser Al Attiayh und Copilotin Tina Thoerner das Tempo des Rennens bestimmten: Ihre Bestzeit von 37 Minuten 32 war unerreichbar für die gesamte Konkurrenz! Boris Gadasin sah seine Felle davon schwimmen, sein Vorsprung in der Gesamtwertung lag nur noch bei 1 Minute 38. Auch bei den Motorrädern war das Resultat denkbar knapp: Luca Manca fehlten nur 37 Sekunden auf den Führenden Alex Zanotti.

16.03., 3.Etappe ( 2 Abschnitte)
Auf dem ersten Streckenabschnitt des Tages dominierten Nasser Al Attiyah und Tina Thoerner das Rennen und konnten als erste die Ziellinie überqueren. Damit war klar, dass der Qatari auch am Nachmittag versuchen musste, seinen russischen Widersacher zu überholen. Gadasin hoffte noch, seinen dünnen Vorsprung aufs Podest retten zu können- Doch ausgerechnet er selber schoss sich ins Aus: Als Nasser Al Attiyah kurz vor Schluss noch mal zu einem Überholmanöver ansetzte, bremste Boris Gadasin so abrupt, dass ihm der Qatari hinten auffuhr und den Russen so in einen Graben hinein stieß! Gadasin gab später zu, den Fehler selbst verschuldet zu haben, der ihm schließlich doch noch den Sieg kostete! Und so heißt der Sieger der diesjährigen Baja Italien Nasser Al Attiyah! Nach der Rallye in Saudi Arabien ist dies nun sein zweiter Sieg im Baja Cup. Der Sieger in der Motorradklasse heisst Alex Zanotti- er gewinnt hauchdünn vor Luca Manca. Josef Jobst verteidigte seinen 9.Platz bis zum Schluss, Norman Kronseder landete am Ende auf dem 11. Rang.

Auto Endergebnisse
1. Nasser Saleh Al-Attiyah (QA)/Tina Thörner (S) BMW X3CC 3h 29m 07s
2. Boris Gadasin (RUS)/Sergey Talantsev (RUS) Nissan Pick-Up 3h 29m 40s
3. Tonni Van Deijne (NL)/Wouter Rosegaar (NL) Mitsubishi L200 3h 36m 14s
4. Laszlo Palik (H)/Gabor Daraszin (H) Nissan D40 3h 47m 26s
5. Balazs Szalay (H)/Laszlo Bunkoczin (H) Opel Antara RR 3h 49m 52s
6. Janis Naglis (LET)/Janis Naglis (LET) Mitsubishi Pajero 3h 51m 09s
7. Miroslav Zapletal (CZ)/Miloslav Janacek (CZ) BMW X5 3h 54m 05s
8. Zdenek Porizek (CZ)/Marek Sykora (CZ) Mitsubishi Pajero 3h 59m 06s
9. Sandor Kis (H)/Peter Czegledin (H) Autopot Evo VI 3h 59m 28s
10. Yehoshya Shmoni (ISL)/Aviv Spektor (ISL) Mitsubishi 4h 01m 32s

Motorrad Endergebnisse
1 ZANOTTI Alex APRILIA RXV 550 9:30
2 MANCA Luca TM 450 9:31
3 CECI Paolo APRILIA RXV 450 9:32
4 GRAZIANI Matteo KTM 9:33
5 SANT Mauro TM 530 RALLY 9:34
6 DUTTO Nicola SUZUKI RM-Z 9:35
7 ZANZI Roberto KTM 530 9:36
8 MANA Claudio APRILIA RXV 550 9:37
9 JOSEF Jobst KTM 525 EXC 9:38
10 RONCO Gianfranco SUZUKI RM 9:39
11 KRONSEDER Norman KTM EXC 530 9:40
17 MEIER Christina YAMAHA WR450F 9:46
18 FRÖHLICH Thorsten KTM 252 EXC 9:47

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