GUY HOQUET MAROKKO RALLYE 2007
Seit diesem Jahr wird die Marokko Rallye von GUY HOQUET L’IMMOBILIER gesponsert. Der Chef von GUY HOQUET L’IMMOBILIER wird die von der NPO organisierte Rallye mit einem humanitären Zweck verbinden. Die von ihm gegründete Organisation „Schoolchildren of the Desert“ will dort Kinder mit vorher gesammelten und gespendeten Schulsachen und Computern beschenken. Die Spenden werden in Schulen in der Nähe der Rallye-Route verteilt. Er beabsichtigt damit die Rallye auf eine weitere Weise zu promoten.
An den Start gingen 34 Autos und 23 Motorräder.
Beim diesjährigen Marathon-Klassiker unter den Off-Road Rallyes geht es für die Fahrer über rund 1730 km Wertungsprüfung. Dabei sind fast alle namenhaften Teams vertreten: Volkswagen schickt mit den Werkspiloten Carlos Sainz/ Michel Périn, Giniel de Villiers/ Dirk von Zitzewitz, Mark Miller/ Ralph Pitchford und dem Kundenteam Carlos Sousa/ Andreas Schulz insgesamt 4 Duos ins Rennen. Sie alle fahren den Race Touareg 2 , der zuletzt bei Teststrecken in Tunesien voll überzeugt hat und Anlass zur Hoffnung gibt, diese Rallye ganz vorne zu beenden.
Bereits im Juni war es Sainz und Périn gelungen, mit dem Wagen die Rallye Transiberico für sich zu entscheiden. Dirk von Zitzewitz freute sich außerdem auf einen „ interessanten teaminternen Wettkampf zwischen den Volkswagen-Piloten.“
Konkurrenz bekommt die VW- Mannschaft vom BMW X-Raid Team aus Trebur, die dieses Jahr mit folgenden Fahrerpaarungen am Start sind : Paolo Nobre/ Felipe Palmeiro, sowie Nasser Saleh Al-Attiyah/ Alain Guehennec und Guerlain Chicherit/ Mattieu Baumel..
Team Manager Sven Quandt aber machte die Ziele seiner Fahrer klar:“ Wir sind noch nicht bereit für die Dakar Rallye und hier bekommen wir eine gute Chance, unsere Fahrwerkkomponenten zu testen und alles aufeinander abzustimmen. Unsere Priorität wird sein, dass alle Fahrer das Ziel erreichen, daher werden alle keine unnötigen Risiken eingehen.“
Dienstag, 25. September, 1. Etappe: Zagora- Zagora , 255 km insgesamt, 245 km Wertungsprüfung
Die erste Etappe führte über hügeliges Gelände mit schottrigen Pisten sowie sehr steinige Passagen.
Motorräder: Der Ire Stan Watts schaffte es, seine zehnte Startposition zu nutzen und gewann die erste Wertungsprüfung -„ Das war ein rundum gelungener Tag, die Navigation war leicht, nur der Boden war manchmal sehr sehr steinig.“ 44 Sekunden nach dem Tagessieger kam der Portugiese Ruben Faria ins Ziel, obwohl während der Fahrt sein GPS ausfiel und er sein Roadbook per Hand bedienen musste. Sein erklärtes Ziel, die eigenen navigatorischen Fähigkeiten auszubauen, da er bisher stets in Gruppen unterwegs war, war er somit jedenfalls erfolgreich angegangen.
Autos: Auf den Gesichtern des VW Teams war nach den ersten 245 km durchweg Zufriedenheit zu sehen: Der Südafrikaner Giniel De Villiers war der Schnellste, nur 34 Sekunden vor dem Teamkollegen Carlos Sainz, gefolgt von Nasser Al Attiyah – die Freude über den dreifach- Sieg brachte Carlos Sainz im Ziel auf den Punkt-„ Alles ist wunderbar!“
Mit gemischten Gefühlen beendete das BMW Team den ersten Renntag: Zwar schaffte es Nasser Al – Attiyah trotz Reifenpane und gebrochener Antriebswelle auf den 4. Platz, aber Paolo Nobre kämpfte mit einem leistungsuntüchtigen Motor und verlor über 40 Minuten auf die Spitzenreiter und auch Guerlain Chicherit hatte Pech: wegen technischer Probleme büßte er über anderthalb Stunden ein!
Trotzdem zeigte Al- Attiyah Kampfgeist-„ Morgen schlagen wir zurück!“ , warnte er die Volkswagen-Piloten.
Mittwoch, 26. September, 2. Etappe: Zagora- Zagora, 421 km insgesamt, 327 km Wertungsprüfung
Auf der langen Strecke warteten sandige Abschnitte auf die Fahrer, genauso wie typische Off-Road Passagen und steinige schmale Pfade.
Motorräder: Der Zweitplatzierte des Vortages, Ruben Faria legte ein exzellentes Rennen ohne einen Fahrfehler hin und ergatterte sich so auf der 2. Etappe die Führung. Stan Watt gelang es nicht, das hohe Tempo des Portugiesen mitzugehen, zumal er technische Probleme hatte. Faria war froh, dass seine Navigationsgeräte wieder funktionierten: „ Zum Glück ließen sich die Probleme mir dem Roadbook und dem GPs beheben, so dass es heute viel besser lief. Ungefähr auf der Mitte der Strecke konnte ich Stan Watt überholen und ich konnte einen Soloritt hinlegen. Dank der Hitze war die Federung allerdings sehr hart und meine Arme fühlen sich schrecklich an.“
Autos: Das hohe Tempo dieses Tages, der steinige Boden und Temparaturen von bis zu 38 Grad machten das Rennen zu einer echten Herausforderung, ganz besonders die Bereifung der Renn-Boliden wurde eine harten Probe unterzogen. Wieder der Unglücksrabe war Guerlain Chicherit, dem gleich 2 Reifenpannen eine Menge Frust bereiteten.
Erster in der Hitzeschlacht wurden Carlos Sainz mit Copilot Michel Périn vor ihren Teamkollegen Giniel de Villiers und dessen Co. Dirk von Zitzewitz.
Dritte wurde der BMW X-raid Fahrer Nasser Al- Attiyah, der zuversichtlich war:“ Jetzt haben wir Carlos Sousa in Sichtweite und wir sollten es schaffen, morgen auf den dritten Platz der Gesamtwertung zu fahren!“
Auch für seine Teamkollegen lief es endlich besser: Chicherit konnte den sechsten Platz der Tageswertung einfahren, Paolo Nobre fuhr sich langsam in Form und kam direkt dahinter als 7. über den Zielstrich.
Wie auch schon am Vortag setzte Dominique Housieaux seine Führung in der Buggy-Klasse fort, Teamkollege Jose-Louis Monterde konnte auf den zweiten Platz dieses internen Rennens vorrücken.
Donnerstag, 27. September, 3. Etappe: Zagora-Zagora , 354 km insgesamt, 344 km Wertungsprüfung
Anfang und Ende der Etappe sind gekennzeichnet durch sehr schnelle Passagen, dazwischen liegen sandige und steinige Abschnitte, die eine genaue Navigation erfordern und die Durchquerung des Kraters von Tafenna.
Motorräder: Das war eine Rechenaufgabe: Ruben Faria gewann die 3. Etappe zwar, verlor jedoch aufgrund von Navigationsfehlern 3 Minuten auf den Iren Stan Watt, der ihm immer noch auf den Fersen war- Glück für den Portugiesen, dass Watt am Vortag in einer tempolimitierten Zone zu schnell unterwegs war und genau 3 Minuten Strafe aufgebrummt bekommen hatte! Somit bleib die Differenz zwischen den Konkurrenten die Gleiche!
Autos: Zum 2. Mal hieß der Tagessieger Carlos Sainz, er und Copilot Michel Périn lagen nun 4 Minuten und 31 Sekunden vor den Mitstreitern Giniel de Villiers und Dirk von Zietzewitz aus dem eigenen Team. Die Dreifach- Führung perfekt machten schließlich Carlos Sousa und Andreas Schulz.
Kris Nissen, der VW – Motorsport Direktor war sehr zufrieden, wollte sich aber über den Ausgang der Rallye noch nicht festlegen.“ Wir haben drei Etappen und etwas mehr als die Hälfte der Rallye absolviert. Alle vier Race Touareg laufen tadellos und die Fahrer-Teams arbeiten sehr gut zusammen. Wir behaupten nun die Top 3 in Tages- und Gesamtwertung, aber noch sind drei Etappen und viele Kilometer zu fahren. Die Piloten müssen zu 100 Prozent konzentriert bleiben, denn ein einziger dicker Stein kann das Aus bedeuten- und davon gibt es hier ziemlich viele.“
Auf den angepeilten 3. Platz in der Gesamtwertung mussten Nasser Al Attiyah und Alain Guhennec aufgrund von nicht weniger als 3 Reifenpannen verzichten! Sie rollten erst als 4. Über den Zielstrich. Zumindest Paolo Nobre konnte sich auf den 7. Rang der Gesamtwertung vorarbeiten.
In der Buggy- Kategorie waren zur Freude von Jean- Louis Schlesser seine beiden Fahrer Jose- Luis Monterde vor Dominique Housieaux die Besten.
Freitag, 28. September, 4. Etappe; Zagora- Zagora, 413 km insgesamt, 248 km Wertungsprüfung
Die vierte Etappe lag eindeutig im Zeichen des Sandes: Neben einigen steinigen Abschnitten galt es für die Fahrer besondere Vorsicht walten zu lassen, wenn es über die Fech-fech Passagen ging.
Motorräder: Noch vor Beginn des Rennens gab es eine unangenehme Überraschung für Stan Watt: Weil er in besiedelten Gebieten zu viel Gas gegeben hatte, bekam er 1,5 Stunden Strafminuten! Der Spannung im Zweikampf mit Ruben Faria war somit urplötzlich die Luft ausgegangen! Wie es schien, waren die Podiumsplätze somit bereits fest in den Händen von Faria, mit einem beruhigenden Vorsprung vor dem Russen Alexy Kolomytsin und Chrostophe Meillat.
Autos: Endlich glückte das Vorhaben von Al-Attiyah und Guhennec: das Duo im BMW X3 CC rückte auf den dritten Platz vor, es gelang ihnen rund 12 Minuten und 39 Sekunden vor dem Konkurrenten Carlos Sousa ins Ziel zu rauschen. Eigentlich hätten Sie sogar den Etappensieg für sich verbuchen können, hätte es bei km 173 nicht einen kleinen Navigationsfehler gegeben- einmal falsch abgebogen, mussten die Beiden erst wieder auf die Strecke zurückfinden und somit mussten sie sich mit dem 3. Platz zufrieden geben, obwohl sie an allen bisherigen Messpunkten die Schnellsten gewesen waren. Erster wurden Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz, 2. Carlos Sainz und Copilot Michel Périn.
Wie verhext lief es wieder einmal für Chicherit/Baumel: Probleme mit der Elektrik hatte dem Team schon am Vortag die maximale Anzahl an Strafminuten eingehandelt und dasselbe Spiel wiederholte sich auch bei der vierten Wertungsprüfung! Teamchef Sven Quandt ordnete an, die defekten Kabel zu ersetzen , die zu den Problemen geführt hatten, damit das Duo die Rallye an den letzten beiden Tagen noch zu Ende bringen konnte. Über die Leistung seines Fahrers Nasser Al-Attiyah zeigte sich Qandt sehr zufrieden:“ Er ist wirklich gut gefahren heute! Wir haben die Schnelligkeit und die Stärke, mit VW mitzuhalten, wenn die Autos keinerlei technische Schwierigkeiten bereiten! Nasser ist im Moment auf einem Podiumsplatz und wir geben alles, damit dass in den nächsten zwei Tagen so bleibt.“
In der Gesamtwertung gab es nach dem 4. Tag einen VW- internen Führungswechsel, trotz eines Reifenschadens holte Giniel de Villiers im Race Touareg auf der Etappe dreieinhalb Minuten auf seinen Teamkollegen Carlos Sainz heraus.
Ein schöner Tag war es auch für Schlesser- team Manager Jean- Louis Schlesser, dessen Schützlinge Housieaux und Monterde in den Buggies den vierten und fünften Platz ergatterten.
Samstag, 29. September. 5. Etappe: Zagora- Ouarzazate, 546 km insgesamt, 344 km Wertungsprüfung
Die fünfte Etappe war die längste der diesjährigen GUY HOQUET MAROKKO Rallye- auf den 344 Kilometern ging es zunächst über schmale Sanddünen, anschließend 50 km Schotterpisten und eine lange gerade Strecke, auf der ordentlich Tempo gegeben werden konnte, bevor es schließlich noch einmal über bergiges Gelände ging – diese Etappe bot also so ziemlich alle Herausforderungen, vor die man einen Rallyefahrer stellen kann.
Motorräder: An der Spitze nichts Neues: mit dem vielseitigen Streckenprofil kam Ruben Faria am Besten klar, er gewann die Etappe vor Alexy Kolomytsin. Pech für Christophe Meillat: Durch einen Getriebebruch verlor er über eine Stunden und fand sich schließlich auf dem 5. Platz der Gesamtwertung wieder.
Autos: Das Volkswagen Duell ging in die nächste Runde: Carlos Sainz wollte sich nicht geschlagen geben und zeigte Kampfgeist, der belohnt wurde: Der Spanier legte eine rasante Fahrt hin, gewann die Etappe und eroberte sich die Führung zurück! De Villiers hatte auf der Strecke mit einer Reifenpanne und Problemen mit der Servolenkung zu tun und kam 4 Minuten hinter Carlos Sainz ins Ziel- in der Gesamtwertung war der Vorsprung denkbar knapp: nur 8 Sekunden trennten die beiden Spitzenfahrer! Der Gesamtführende Sainz war optimistisch für den nächsten Tag.“ Wir starten als erste und einfach wird es nicht, aber dieses Rennen kann für uns nur gut ausgehen: Die Autos haben super funktioniert und das ist doch das wichtigste!“ Für BMW blieb alles beim Alten: Sowohl Paolo Nobre als auch Naser Al- Attiyah konnten ihre siebte und dritte Position halten-
Sonntag, 30. September, 6. Etappe: Ouarzazate- Ouarzazate, 310 km insgesamt, 222 km Wertungsprüfung
Die letzte Etappe brachte noch einmal hohe Anforderungen an Fahrer und Material: Auf dem sehr steinige Kurs durch das Atlas- Gebirge wurden nicht zuletzt die Reifen auf eine Belastungsprobe gestellt!
Motorräder: Wie schon zu erwarten war, gab es niemanden mehr , der dem jungen Portugiesen Ruben Faria den Sieg streitig machen konnte: Für den Youngster war es ein Überraschungserfolg: „ Mein ursprüngliches ziel war es, überhaupt ins Ziel zu kommen. Dieser Sieg war unglaublich! Die Navigation war sehr schwer, ich habe mich jeden Tag verfahren aber dabei viel gelernt! Ich werde an der Desert Challenge in Dubai Teil nehmen und anschließend bei der Dakat mitfahren. Letztes Jahr fuhr ich mit einer 450iger und ich konnte einfach nicht genug Tempo machen- Die große KTM ist einfach eine verlässlichere Maschiene, auch wenn sie etwas schwerer zu steuern ist.“
Autos: Letzten Endes entschied die Anzahl der Reifenpannen über Sieg oder Niederlage: Während Carlos Sainz sich gleich zweimal um einen defekten Reifen kümmern musste und dadurch viel Zeit verlor, traf Giniel de Villiers dieses Schicksal nur einmal – diesen Vorteil gegenüber dem Teamkollegen nutzte er natürlich und fuhr mit Copilot Dirk von Zitzewitz zum Sieg! Für das gesamt VW Team war die Marokko ein voller Erfolg: Nach dem Doppelsieg von De Vielliers und Carlos Sainz belegten Carlos Sousa und Andreas Schulz Rang vier, die VW -Werkspiloten Mark Miller und Ralph Pitchford landeten auf Platz 5. Motorsport – Direktor Kris Nissen triumphierte :-„ Volkswagen hat bei der Rallye Marokko einen tollen Erfolg gefeiert! Besonders freuen wir uns über den Doppelsieg von Giniel und Carlos, denn sie fahren die neueste technische Spezifikation für die Rallye Dakar 2008.“
Der 250 PS starke Race Touareg hatte also einmal mehr bewiesen, dass er das Zeug für für Top-Platzierungen hat: Seit 2004 hat der Prototyp 60 Etappensiege, 54 Führungstage und 19 Einsätze auf dem Konto.
Für die Fahrer der übrigen Teams galt es, sich die restlichen Plätze zu teilen, die das VW Team noch übrig gelassen hatte- dabei bekam Nasser Al- Attiyah das harte Gelände der 4. Etappe zu spüren: Trotz 2 Plattfüßen schaffte er es aber, seine 3. Position in der Gesamtwertung zu halten. Nachdem die Techniker einen Kurzschluss im BMW X3CC von Guerlain Chicherit und Beifahrer Matthieu Baumel entdeckt und beseitigt hatten lief die Elektrik wieder wie geschmiert und sie konnten auf der letzten Etappe den 4. Platz der Tageswertung einfahren.
Die Brasilianer Paolo Nobre und Felipe Palmeiro mit ihrem BMW X3CC sicherten sich ihren 7. Rang in der Gesamtwertung.
In der Buggy-Kategorie gewann Dominique Housieaux, wie sich bereits vorher abgezeichnet hatte, sein Teamkollege Jose- Lousi Monterde schaffte es nicht, seinen Rückstand wegen technischer Probleme von der ersten Etappe aufzuholen, landete aber zufriedenstellend auf Rang 3 der internen Wertung. Der in der Gesamtwertung sechstplatzierte Housieaux fasste seine Rennerlebnisse zusammen.“ Mit dem Schlesser Bugy zu fahren war ein pures Vergnügen! Verglichen mit einem Vierradantrieb ist es richtig bequem und es macht Spaß zu fahren! Ich würde es jederzeit wieder machen!“
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