Motor & Sport

PHARAONEN RALLYE 2007

  • Pharaonen Rallye 2007
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Blauer Himmel und Sand soweit das Auge reicht: zum 10. Mal lädt die Pharaonen Cross Country Rallye ein internationales Fahrerfeld ein, sich unter ägyptischer Sonne  auf die 2.613 km lange Strecke zu begeben. Dem Jubiläum gebührend gehen dieses Jahr 130 Teams an den Start, in der Motorrad-Klasse ,die hier ihren letzten der 5 WM-Läufe austrägt, wird mit 104 Teilnehmern sogar ein neuer Rekord aufgestellt.
Favorit bei dieser Rallye ist natürlich Marc Coma, der mit seiner KTM LC4 660 momentan die Rangliste der FIM Weltmeisterschaft anführt. Mit ihm um den Sieg kämpfen unter anderem Pal Anders Ullevalseter und Comas Teamkollege Jordi Villadoms.


Der in Chile vor einigen Wochen bei einem schweren Sturz an der Schulter verletzte David Casteu fällt für das Rennen leider aus, begleitet dafür aber als Manager ein siebenköpfiges Team bei der Pharaonen Rallye. Auf seine Chance in der 450-er Klasse wartet Franisco Lopes ( Honda), der in Chile mechanische Probleme hatte- er trifft in Ägypten auf den Polen Jacek, der ihm bei der Rallye Por las Pampas dicht auf den Fersen war.


Auf vier Rädern ins Rennen wagt sich das Team Dessoude mit 2 Autos: Hinterm Steuer im Nissan N05 sitzt der Franzose Christian Lavieille, der seit der letzten Rallye Dakar von Francois Borsotto copilotiert wird. Weiblichen Charme erhält die Rallye durch die Teilnahme von Carole Montillet und Mélanie Suchet in der T1 Klasse, die im zuverlässigen Nissan Pathfinder den Männern Konkurrenz machen wollen. Teamchef Andrè Dessoude machte im Vorfeld die Ziele für die Rallye klar: „ Die Teilnahme ist für uns die perfekte Gelegenheit, unser Material drei Monate vor der Dakar Rallye auf sandigem Terrain zu testen. Die Bedingungen hier sind ein Vorgeschmack auf das, was uns in West-Afrika erwartet. Natürlich wäre eine gute Platzierung sehr erfreulich, aber ehrlich gesagt, ist das nicht unsere erklärte Priorität.“ Besonders Motor und Fahrwerk des Nissan N05 bedürften noch einer genaueren Abstimmung und Verbesserung, aber aus den Reihen des Teams war zu vernehmen, dass man sich auf diese arbeitsreiche Probierphase freue.
Ebenfalls am Start sind auch die ehemaligen Motorrad-Asse Carlo de Gavardo , der  mit seinem Freund und Copiloten Jean Brucy  auf einem Chevrolet D-Max ins Rennen geht.


In der LKW- Klasse begrüßt die Rallye- Organisation, die von dem ehemalige Formel 1 Fahrer Jacky Ickx ,angeführt wird, insgesamt vier Fahrzeuge.

 

Sonntag, 30.September, 1.Etappe, Kairo- Baharija, 372 km insgesamt, 316 km Wertungsprüfung

Der erste Tag startet in hügeligem Gelände, geht anschließend über in eine flache und schnelle Strecke, gesäumt von Akazien und vorbeiziehenden Kamelherden- aber für die Schönheit der Natur haben die Fahrer kein Auge, sie gelangen bei Kilometer 220 erstmals in die Dünen und müssen sich vor den Fech-fech Passagen in acht nehmen, die man nicht unterschätzen sollte....Weiter geht es auf der windigen Piste Richtung Ziel, vorbei an Gärten und Palmenhainen , bis das Fahrerfeld schließlich in Baharija zum Stehen kommt.

Autos: Am Sonntagmorgen fiel unweit der Pyramiden von Gizeh der Startschuss zur diesjährigen Pharaonen Rallye. Für das Dessoude Team lief alles nach Plan, 60 km vor dem Ziel machte ihnen allerdings ein Plattfuß am rechten Hinterrad einen Strich durch die Rechnung! Die während der Reparatur verlorenen 3 Minuten kamen dem Polen Krzysztof Holowczyc gerade Recht, er machte sich mit seinem belgischen Beifahrer Jean- Marc Fortin auf zum Etappensieg. Am nächsten Tag startete der ehemalige Europameister im Nissan Pickup somit als erster! Das Duo Carlo De Gavardo und Jean Brucy hatte hingegen großes Pech: nachdem die Probleme an der Vorderachse des Chevrolet D-Max behoben waren, fing 40 km vor dem Ziel auch noch das Getriebe an zu mucken.
Bester LKW war der Iveco von Giacomo Vismara.

Motorräder: In der Gluthitze kamen die Motorradfahrer sehr erschöpft und vereinzelt ins Ziel gerollt- als erster nach einem wohlverdienten Glas Wasser greifend und somit seiner Favoritenrolle gerecht geworden war Marc Coma, der die anspruchsvolle Navigation scheinbar mühelos bewältigte und  seine Konkurrenten Jordi Villadoms und Pal Andres Ullevalseter mit 6 bzw. 8 Minuten auf die Plätze verwies. Für Ullevalseter mag dieser Rückstand jedoch nebensächlich gewesen sein: er war dankbar, dass er überhaupt noch ins Rennen starten konnte! Ullevalseters KTM war nach dem Fährtransport beim Zoll stecken geblieben – zum Glück half ein wahrer Freund in der Not-  Knud Martin Storegjerdet verzichtete zu Gunsten von Pal Anders Ullevalseter auf seinen einzigen Rallyestart in diesem Jahr und überließ dem Freund seine Maschine.
Francisco Lopes sicherte sich den ersten Platz in der 450-er Klasse, die er hinter sich lässt, sobald er seine neue KTM bekommt, auf der er seinen zukünftigen Teamkollegen Cyril Despres zur nächsten Dakar begleiten wird.
Aus deutscher Sicht bestplatziert war Norman Kronseder mit seiner KTM 690 RR auf Rang 24. Thomas Schattat landete auf Platz 64, weiter hinten auf 84. und 98. Position befanden sich der Luxemburger Chris Beneke und Alexander Pauliner.

Montag, 1. Oktober, 2.Etappe, Baharija – Sitra, 321 km insgesamt, 321 km Wertungsprüfung

Nach einer kurzen Aufwärmphase auf schneller, ebener Strecke geht es ab in die Dünen: Hier gilt es für die Fahrer, steile Hänge und sanfte Sandhügel zu überqueren- immer wieder gespickt mit Passagen von sehr weichem Sand! Bevor es Richtung Etappenziel geht, müssen noch abwechselnd sandige und steinige Streckenabschnitte überwunden werden, bis die Fahrer in den wohlverdienten Feierabend entlassen werden.

Autos:  Nach dem vielversprechenden Start am gestrigen Tag stand die 2. Etappe für Holowczyk unter keinem guten Stern: Neben Magenproblemen plagte den Polen nur 20 km nach dem Start ein Platten. Als wäre das nicht genug, blieben er und Beifahrer Jean- Marc Fortin  gleich dreimal im weichen Sand stecken! Des einen Leid, des anderen Freud: Christian Lavieille und Francois Borsotto legten ein fulminantes Vollgas- Rennen hin und nahmen ihren Kontrahenten beinahe eine ganze Stunde ab! Zweiter des Tages wurde im Bowler  Patrick Sireyjol. Doch nicht allen bekam die Wüste gleich gut: Das Damenduo  im Nissan Pathfinder hatte große Probleme. Heute übernahm kurzerhand Mélanie Suchet das Lenkrad, während Carole Montillet auf dem Beifahrersitz Platz nahm. Die ersten 100 Kilometer liefen gut, aber im Herzen der ägyptischen Wüste ereilten das Team diverse Schwierigkeiten: „ Wir sind fünfmal stecken geblieben“,so Mélanie Suchet,: „ Und waren total entmutigt. Ein Alptraum, wirklich! Dazu kam, dass Carole sich furchtbar schlecht fühlte, sie wurde wegen der Dünen regelrecht seekrank. Aber in einer solchen Situation lernt man am meisten! Carole ist etwas dehydriert aber ich bin sicher, morgen wird es nicht mehr sein als eine schlimme Erinnerung.“

Motorräder:  Der Schnellste auf den 321 km war der Spanier Jose Manuel Pellicer , der mit seiner KTM 690 als erster in Sitra eintraf. Mit Marc Comas erklärtem Ziel, seine navigatorischen Fähigkeiten auszubauen, lief es für seinen Geschmack wohl etwas zu gut : Nach der Hälfte der Strecke verfuhr sich der Führende und musste sich zurück auf die Strecke kämpfen- dabei erwies sich sein Vorsprung als nicht komfortabel genug: auch wenn er auf den restlichen Kilometern alles aus seiner Maschine herausholte, konnte er nicht verhindern, dass Pellicer die Führung übernahm. Hinter diesem kamen die Jäger Pal Anders Ullevalseter und Jordi Villadoms ins Ziel.
Obwohl Francisco Lopez sich kurzzeitig aus der Spitzengruppe verabschieden musste, um eine zusätzliche Tankfüllung vornehmen zu lassen, verteidigte er seine Position gegenüber seinen Konkurrenten Polli und Olivier Pain.
Ganz dick kam es für Chris Beneke: Probleme mit der Elektrik an seiner Sherco  X Trim zwangen den sympathischen Luxemburger zur Aufgabe. Einen guten 16. Platz ergatterte Norman Kronseder, während Thomas Schattat auf den 51. Rang fuhr.
Dagegen sah Alexander Pauliner mit seinem Yamaha Raptor Quad nicht mehr das Ziel.

Dienstag, 2. Oktober, 3. Etappe: Sitra- Siwa, 333 km insgesamt, 333 km Wertungsprüfung

Heute geht die rasante Fahrt weiter und wieder türmen sich vor den Fahrern hohe Dünen auf- die Strecke führt über die weichen Sandhügel mit zahlreichen Fech-Fech- Passagen, unterbrochen von steinigen, schottrigen Anhöhen. Wie der Name der Rallye es verspricht, wartet diese Etappe mit Unmengen von Wüstensand auf. Am Ende werden die Teilnehmer von der schönsten Oase der lybischen Wüste in Siwa Willkommen geheißen.

Autos:  Ein Meer aus Sand: nicht wenige Fahrer hatten an diesem Tag dank des stetigen Auf und Abs der sandigen Wellenkämme mit Seekrankheit zu kämpfen -  auch das Sieger- Duo des Tages Christian Lavieille / Francois Borsotto bekam die Achterbahnfahrt durch die Dünen zu spüren: „  Du kannst wunderbar über 10 Wellen fahren und die 11. Ist plötzlich unglaublich tückisch- in Ägypten mus man da wirklich immer auf der Hut sein. Ich habe für einige Kilometer das Tempo gedrosselt, als Francois sich schlecht fühlte...“. erzählte Christian Lavieille im Ziel. Teammangaer Andre Dessoude lobte am Abend aber nicht nur den Tageserfolg des Nissan Navara, sondern auch den harten Einsatz seiner beiden weiblichen Fahrerinnen.“  Die Mädels hatten heute Probleme, nach einer Kollision mit einem Felsen funktionierten die Bremsen nicht mehr richtig, blockierten zum Teil sogar ein Rad. Aber ich bin sehr stolz darauf, dass sie das Problem selber auf der Strecke gelöst haben und es praktisch ohne Bremswirkung bis nach Siwa geschafft haben- Ich denke sie haben gestern und heute viel gelernt, und das war ja der Hauptgrund, hier anzutreten!“
Hinter den Spitzenreitern verlor im Nissan Pickup Krzysztof Holowzcyc gleich zu Beginn der Etappe wertvolle Minuten wegen einer Reifenpanne.

Motorräder:  Ein phantastischer Tag für Francisco Lopez: Erst vor einem Jahr hatte der Chilene begonnen, es mit den afrikanischen Rallyes aufzunehmen: Und nun gewann er mit seiner 450 er Honda und einem viel kleineren Motor die Konkurrenz mit ihren schweren Maschinen allesamt hinter sich zu lassen und die 3. Etappe der Pharaonenrallye zu gewinnen!
Eine besondere Leistung , die noch getoppt wird durch die Tatsache, dass Lopez sein Rennen bereits nach 60 km unterbrach, um dem Spanier Jose Manuel Pellicer zu helfen, der mit seiner KTM gestürzt war und ein Schultertrauma erlitt. Anschließend profitierte Lopez von einigen Navigationsunsicherheiten der Spitzengruppe, so dass er wieder zu Ihnen aufschließen konnte- um Marc Coma, Jordi Villadoms und Pal Anders Ullevalseter schließlich einfach davonzufahren und sehr verdient auf dem Treppchen zu landen!
Der Deutsche Norman Kronseder arbeitete sich Tag für Tag weiter vor, schaffte es in der Tageswertung auf einen hervorragenden 12. Platz, während Thomas Schattat auf 51. Position rangierte.

Mittwoch, 3. Oktober, 4. Etappe, Siwa- Siwa, 347 km insgesamt, 347 km Wertungsprüfung

Auf einer 347 km langen Schleife rund um Siwa zeigt sich die Wüste Ägyptens wieder von ihrer schönsten Seite: Es geht über einen bergigen Parcours, unterbrochen von staubigen Tälern, in denen richtig Tempo gemacht werden kann. Anschließend taucht das Fahrerfeld ein in eine tiefe Schlucht, mit zahlreichen Fech- Fech- Passagen. Wer die Sandschlacht am Besten überstanden hat zeigt sich, wenn die Strecke gegen Ende des Rennens wieder in die Gärten von Siwa führt.

Autos:  Mit einem komfortablen Vorsprung von über einer Stunde im Rücken, genehmigten sich Christian Lavieille und Francois Borsotto heute eine kleine Testfahrt: im Hinblick auf die Dakar Rallye standen heute mehrere Komponenten des Autos während des Rennens auf dem Prüfstand. Wegen des relativ niedrigen Tempos wurden die Franzosen bereits 100 km vor dem Zieleinlauf von Krzysztof Holowzcyc und Copilot Jean- Martin Fortin eingeholt, die sich auch gleich den Sieg und den zweiten Platz in der Gesamtwertung unter den Nagel rissen.
Dennoch konnte die Stimmung im Dessoude- Team nicht besser sein: Die Versuche mit den neuen Fahrwerkskomponenten verliefen gut und die Führung war verteidigt- Christian Lavieille war im Ziels eher guter Laune : „ Wir sind über zahlreiche Dünen gefahren- es sollte unbedingt erwähnt werden, dass Francois heute keine magenprobleme hatte !“ Auch die Damen hatten einen guten Tag, sie wechselten sich in der Fahrerkabine ab, Mélanie saß auf dem ersten Teil der Strecke hinterm Steuer und Carle brachte den Wagen später sicher über die Ziellinie.

Motorräder: Spuren im Sand können trügerisch sein! Diese Erfahrung mussten heute leider zahlreiche Fahrer machen, die sich nicht in erster Linie auf ihr Roadbook verließen, sondern, so wie 80 Prozent des Hauptfeldes auf die Spuren der vorfahrenden Kollegen- besonders heikel an einem Tag wie heute, an dem noch die Spuren des gestrigen Rennens für zusätzliche Verwirrung sorgten!
Diejenigen, die Marc Coma folgten, setzten auf eine gute Karte: Der Spanier führte die Karavane bis ins Ziel, wo sich Jordi Villadoms den Tagessieg holte, gefolgt von Marc Coma, Pal Anders Ullevalseter und Francisco Lopez. Letzterer sicherte somit seine Führung in der 450 er Klasse und durfte sich noch berechtigte Hoffnungen  auf ein Plätzchen auf dem Podium machen.
Ganz langsam arbeitete sich die Deutschen vor: wieder verbesserte sich Kronseder um 2 Plätze, fuhr auf den 347 km den 13. Platz heraus und hatte den 13. Rang nun auch in der Gesamtwertung ergattert.Thomas Schattat konnte ebenfalls ein besseres Resultat erzielen und arbeitet sich vor auf den 42. Platz.

Donnerstag, 4. Oktober, 5. Etappe, Siwa- Sitra, 314 km insgesamt, 314 km Wertungsprüfung

Die heute Strecke startet gleich mit einer Fahrt durch die Dünen,  anschließend einem längeren schnelleren Abschnitt, bis schließlich das Roadbook den Weg weist in kniffligeres Terrain: bei abwechselndem Bodenbelag,  dicht aufeinander folgenden Hügeln und Felsen und kräftigem Wind wird es schwer sein für die Fahrer noch Tempo zu machen und einen guten Rhythmus beizubehalten.

Autos: Ungefähr auf der Hälfte der Strecke lag der Nissan Pickup Overdrive von Krzysztof Holowzcyc und Jean-Marc Fortin an der Spitze des Rennens, als das Auto äußerts unsanft über eine Düne bretterte und sich Holowczyc beim Aufprall am Rücken verletzte- zwar schaffte es das Duo noch mit eigener Kraft nach Sitra, dort begab sich der Pilot aber sofort in ärztliche Betreuung. Sein Copliot Fortin bangte um den morgigen Start. Auf der Strecke überschlug sich derweil der Bowler Wildcat von Rainer Wissmanns und Fabien Heitzmann – gücklicher Weise blieben die Fahrer in der Kabine  unverletzt.
Christian Laviellie und Francois Borsotto setzten ihren Siegeszug fort und sicherten sich  die schnellste Zeit auf der 5. Etappe; Damit hatte das Duo gar nicht gerechnet! Lavieille erzählte, dass sie den Wagen vom Unglücksraben Holowczyc aus den Augen verloren hatten und von dem Sturz allerdings nichts bemerkten- daher waren sei einigermaßen überrascht, als sie als erster ins Ziel einfuhren. Nachdem er unter ägyptischer Sonne auch schlechte Tage überstehen musste, freute sich Francois Borsotto besonders über die gelungene Wertungsprüfung: „ Heute hat es echt Spaß gemacht! Teile der Strecke sind wir schon vor 2 Tagen gefahren, deshalb war alles voller Reifenspuren! Eine kleine Gruppe Motorradfahrer hatte sich in diesem Labyrinth verirrt und sie waren froh, dass sie uns folgen konnten.“ Auch die Mädels machten ein richtig gutes Rennen: mit Mélanie am Steuer und Carole als Copilotin unterlief den Beiden kein einziger Fehler, sie schafften es als Fünfte ins Ziel und rückten eine Platz in der Gesamtwertung vor!

Motorräder: Das anspruchsvolle Streckenprofil forderte heute des Öfteren den Einsatz der Notfallärzte. Besonders schlimm sah es aus, nachdem der italienische Fahrer Girogio Gallo mit seiner BMW stürzte und mit dem Hubschrauber zurück nach Siwa gebracht wurde- nach einer Weile war er stabil genug, um ins Krankenhaus in Kairo gebracht zu werden, wo sich Ärzte um sein erlittenes Trauma und die Wirbelverletzungen kümmerten.
Marc Coma konnte unterdessen seine Führung weiter ausbauen und fuhr, begleitet von seinem Teamkollegen Jordi Villadoms als erster ins Sitra ins Ziel. Um den dritten Platz auf dem Podium fighten immer noch Francisco Lopez und Pal Anders Ullesalveter- es blieb spannend!
Aus deutscher Sicht konnte man definitiv sagen: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen! Langsam aber stetig fuhr Norman Kronseder Tag für Tag mit seiner KTM 690 immer einen Platz nach vorne- heute gab es insgesamt schon den 12.Platz! Thomas Schattat konnte nur den 61. Platz in der Gesamtwertung erreichen, fiel also etwas zurück.

Donnerstag , 4. Oktober, 6. Etappe: Sitra – Baharija, 369 km insgesamt, 369 km Wertungsprüfung

Nach ungefähr hundert gefahrenen Kilometern verlassen die Fahrer heute das große Dünenmeer- dem Hauptelement aber bleiben sie treu: Sand soweit das Auge reicht erwartet das Feld auf dem Rest der Strecke, dieses mal allerdings in einer flachen Ausführung, die auf den geraden Strecken der längsten Etappe dieser Pharaonen- Rallye ein hohes Tempo erlaubt!

Autos: Genau genommen war diese sechste Etappe für die Führenden im Nissan  Pickup Dessoude  eine Testfahrt unter Realbedingungen: Gelassen fuhr das Duo alle 4  Servicepunkte an und wechselte und tauschte Teile des Wagens nach Herzenslust, ohne die gute Leistung des Wagens zu beeinträchtigen- der Tagessieg schien dabei fast schon eine schöne Nebenwirkung! Mit einem Augenzwinkern zu den Kolleginnen kommentierte Christian Laviellie das Rennen folgendermaßen: „ Was das Fahrwerk anbelangt, haben wir große Fortschritte erzielt- aber die Navigation heute war nicht leicht- da gab es parallele Strecken zur eigentlichen Rennpiste und das Roadbook war da nicht sehr aufschlussreich... ich glaube, Mélanie und Carole haben da mal eine kleine Exkursion gemacht...“ So konnte man es auch sehen- Carole, die auf der 6. Etappe hinterm Steuer Platz genommen hatte, schilderte die Situation nach dem Rennen: „ Wir sind falsch abgebogen, ohne es zu merken und fuhren selbstsicher geradewegs auf den Spuren vom  Weg am Montag! Oh Mann! Noch vier andere Wagen hatten auf dieselbe falsche Fährte gesetzt, als es uns dämmerte, dass da was falsch lief, waren wir gezwungen umzukehren und dann ereilten uns auch noch 2 Reifenpannen hintereinander!“ Somit fiel das weibliche Duo unglücklicher Weise auf den 7. Rang zurück.

Motorräder: Manchen Fahrern schien die heiße Sonne Ägyptens zu Kopf zu steigen: Eine regelrechte kleine Meuterei gab es am dritten Servicepunkt auf der Hälfte der Strecke – hier wurden Ellebogen ausgefahren, um möglichst schnell eine Tankfüllung zu ergattern! Auch Francisco Lopez kam etwas zu hitzköpfig kurz hinter der Spitzengruppe an den Servicepunkt und drängelte sich ohne ein Wort der Entschuldigung mitten durch die Schlange, um an Sprit zu kommen. Dies sollte ihm allerdings auch nicht wirklich nützen: Sobald er wieder im Sattel saß und mit Vollgas abgedampft war,  verfuhr sich der Chilene bei Kilometer 182 und büßte durch seine Irrfahrt 30 Minuten ein- doch damit nicht genug! Den Verlust des Podiumsplatzes vor Augen, wollte Lopez alles aus seiner Maschine herausholen und gab voll Speed! Kurze Zeit später wurde ihm sein Kampfgeist zum Verhängnis und er stürzte über sein, in einer Bodenwelle blockiertes Vorderrad. Glücklichweise blieb er unverletzt- das Motorrad war allerdings so stark beschädigt, dass er das Rennen am vorletzten Tag abbrechen musste!
Die Führung in der 450-er Klasse übernahm  überraschend der junge Franzose Olivier Pain mit seiner Yamaha 450, während Marc Coma immer noch das Rennen anführte und der Norwege Ullevalseter nun recht sicher auf dem dritten Platz saß.
Mit einem 26. Platz in der Tageswertung konnte Norman Kronseder nun sogar unter die Top Ten fahren: Er belegte Rang 9, Landsmann Schattat den 37. Platz.

Freitag, 5. Oktober, 7. Etappe, Baharija. Kairo, 369 km insgesamt, 332 km Wertungsprüfung

Über sandige und steinige Streckenabschnitte führte diese finale Etappe der diesjährigen Rallye, ein Zickzackkurs mit leichten Dünenausläufern, bevor die Pyramiden von Gizeh Zeugen werden, wenn der Erste  auf die schnelle und windige  Zielgerade einbiegt.

Autos: Wohlverdient, nachdem sie das Rennen die ganze Woche dominiert hatten, hießen die Sieger des Tages und der gesamten Pharaonen Rallye 2007 Christian Lavieille und Francois Borsotto! Da Holowczyc  das Rennen nach seinem gestrigen Sturz abbrechen musste,  rückte das Duo Patrick Sireyjol/ Pual Vidal im Bowler Wildcat auf den 2. Platz vor, 3. Wurden Jérome Pélichet und Eugénie Decré, ebenfalls in einem Bowler. Schönes Bonbon für das Dessoude- team- Carole Montillet und Mélanie Suchet beendeten das Rennen auf einem guten siebten Platz.
Dessoude- Teamchef André Dessoude war am Ende stolz und glücklich- und bereits heiß auf das nächste Event: „ Ich bin sehr zufrieden mit dem ganzen Team- Christian ist ein tolles Rennen gefahren und das Auto hat keine Probleme gemacht. Wir haben das Fahrwerk noch weiter verfeinert und den Wagen noch verlässlicher gemacht – eine perfekte Vorbereitung auf die Dakar Rallye!“

Motorräder:  Wie erwartet, war Marc Coma der Sieg nicht mehr zu nehmen: Er triumphierte am Ende auf dem Podium und widmete seinen Sieg seinem KTM-Team, aber auch seinem jungen Teamkollegen Jordi Villadoms, der direkt neben ihm als Zweiter auf dem Treppchen Platz nehmen durfte. Für Marc Coma ist es bereits der dritte FIM-Weltmeistertitel! Und für die Dakar Rallye im kommenden Januar hat er bereits die bester Vorbereitung in der Tasche.
Etappensieger Pal Anders Ullevalseter komplettierte das Podium mit einem Rückstand auf Villadoms von 37 min.
Der endgültige Sieger in der 450 er Klasse hieß Oscar Polli - der Italiener setzte sich mit seiner KTM 450 gegen seine Konkurrenten durch.

Der Deutsche Norman Kronseder konnte stolz sein auf seinen tollen 9. Platz, Thomas Schattat beendete das Rennen auf Platz 40.

Auto:

PositionPilot Nationalität Copilot Nationalität
1 Lavieille, Christian F Borsotto, Francois F
2 Sireyjol, Patrick F Vidal, Paul F
3 Pelichet, Jerome F Decre, Eugenie F
4 Abou, Youssef EGY Ezzeldin,Mahmoud EGY
5 Smulevici, Etienne F Tixador, Gilles F

Marke Gruppe Zeit
Nissan Navara T1 25:31:09
Bowler Wildcat 200 T1 27:30:55
Bowler Wildcat 200 T1 29:07:04
Buggy Cotel T1 31:13:44
SMG Oroginal T1 33:53:07

 

Motorrad:

PositionPilotNationalität
1Coma, Marc E
2Villadoms, Jordi E
3Ullevalseter, Pal Anders NOR
4Graziani, Matteo ITA
5 Polli, Oscar ITA
9 Kronseder,Norman GER
40 Schattat,Thomas GER

Marke Zeit
KTM LC4 660 Rallye 25:33:17
KTM LC4 660 Rallye 25:50:59
KTM 660 Rallye 26:28:11
KTM 690 27:28:19
KTM LC4 450 28:27:25
KTM 690 RR 31:13:44
Yamaha WR450F 38:34:07

 

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