Baja Ungarn 2007
Noch immer hat er nicht genug: Nach der Baja Wales triumphiert Zapletal auch in Ungarn.
Auf die rund 655 Km lange Strecke der vierten Baja Ungarn gingen 84 Teilnehmer, darunter 27 Profis in der FIA Klasse, 12 Motorräder, 17 Quads und 1 Truck.
Freitag,24. August, 1.Etappe, 70 Km
Autos: Schon auf den ersten Kilometern schienen sich die Fahrer nichts schenken zu wollen und es ging gleich mit einem hohen Tempo los: Schnellster unter der heißen Sonne war Miroslav Zapletal mit seinem Copiloten Miroslav Janacek, 40 Sekunden vor dem slowakischen Duo Josef Zykora/ Marek Sykora. Vater Sykora war mit dem Rennbeginn zufrieden:“ Ich kenne die Strecke vom Prolog sehr gut und wir hatten keinerlei Probleme während der Fahrt. Im Moment bin ich sehr glücklich und schon neugierig auf den morgigen Tag.“ Um den dritten und vierten Platz gab es ein ungarisches Duell: Sàndor Kis und Balázs Szalay kamen mit nur einer Sekunde Abstand ins Ziel gerauscht und fuhren volles Risiko. Das hohe Tempo, das Kis vorlegte, brachte seinen AutoPort Evo4 beinahe zum Überschlagen. Nicht zuletzt lag das allerdings auch an den technischen Problemen mit dem Getriebe,“ in den Kurven fuhren wir nur noch auf 2 Rädern, was doch ein bisschen gefährlich war“, so Kis.
Motorräder: Die erste Wertungsprüfung entschied der Tscheche David Pabiska für sich, knapp dahinter mit einer Minute Rückstand Prologsieger Ivan Jakes. Für den deutschen Rennfahrer Ingo Zahn verliefen die 70 Kilometer frustrierend: gerade auf den schnellen Passagen wurden ihm die sich lockernden Speichen in seinem Hinterrad zum Verhängnis und er büßte eine Menge Zeit ein: Dennoch war es eine besondere Leistung, die Etappe zu Ende zu fahren, da sich Zahn ohne Hinterradbremse bis ins Ziel rettete. Dort wurde seiner KTM 525 Rallye erstmal ein neuer Reifen aufgezogen. Für den Luxemburger Chris Beneke gab es schon vor dem Start Ärger: Ein bis dato unbemerkter Defekt einer Sicherung an der Sherco 450 mit Einspritzer verzögerte seinen Start derart, dass er als letzter in der Etappe gewertet wurde und somit jegliche Chancen auf einen Gesamtsieg verspielte.
Samstag,25, August, 2, Etappe, 110 Km
Autos: Wie auch im Prolog war das tschechische Power-Team Zapletal/Janacek nicht aufzuhalten. Ohne Probleme fegte der Mitusbishi Strakar über die 70 Km lange Strecke und Zapletal war im Ziel sogar zu Scherzen aufgelegt:“ Ich habe ganz schön geschwitzt zu Beginn des Rennens. Aber nicht wegen Schwierigkeiten, sondern weil ich vergessen hatte, den Ventilator anzuschalten.“ Schnell wurde er aber wieder ernst: „ Bis jetzt bin ich sehr zufrieden, aber es sind noch einige Kilometer bis ins Ziel, also müssen wir klug und taktisch fahren und auf unser Auto aufpassen.“
Szalay, der eine halbe Stunde nach Sándor Kis ins Ziel kam, berichtete über technische Probleme, zeigte aber Kampfgeist:“ Was auch immer da nun kaputt ist, wir werden versuchen, es zu reparieren und das Rennen weiterzufahren.“
Motorräder: In der zweiten Wertungsprüfung wechselte die Spitze des Duells, dieses Mal war Pabiska schneller und Ivan Jakes musste sich mit dem zweiten Platz begenügen. Ingo Zahn, der nach seinen Problemen am Vormittag richtig Gas geben wollte, fuhr auf einen ausgezeichneten 3.Platz.
Großes Pech hatte Jaroslav Katrinak, denn ein kleines Steinchen zerstörte seine Ambitionen für die Rallye innerhalb weniger Sekunden: „Ich wollte gerade einen Quad überholen, als sich ein Stein lockerte und sich in meiner Kette verfing. Der Schaden war so groß, dass ich anhalten musste: Aber ich konnte es selbst nicht reparieren, also musste ich auf mein Team warten, die die Maschine wieder auf Vordermann brachten. Also wird mein einziges Ziel für das Rennen nun sein, bis zum Ende mitzufahren und Fahrpraxis zu sammeln.“
Samstag, 25.August, 3.Etappe, 70 Km
Autos: Allmählich stellte sich das gewohnte Bild ein: Wieder war Zapletal der Erste, der ins Ziel einfuhr. Scheinbar mühelos dominierte der Tscheche das Renngeschehen und alle anderen Fahrer sahen nur noch seine Rücklichter von hinten. Glücklich und zufrieden trat sein Copliot Miloslav Janacek ans Mikrofon.-„ Wir sind eine gute Zeit gefahren in dieser zweiten Etappe und haben ehrlich gesagt, einfach überhaupt keine ernsthaften Probleme.“ Das Vater–Sohn -Gespann Josef und Marek Sykora fuhren auf einen guten zweiten Platz in der Etappenwertung.
Motorräder: Nach dem Prolog konnte sich Katrinak Jaroslav über einen weiteren Etappensieg freuen. Allerdings waren ihm Jakes Ivan und seine KTM 450 haarscharf auf den Fersen. Zwei Minuten nach dem Tschechen kam David Pabiska ins Ziel, der im Kampf um die ersten Plätze auch noch ein Wörtchen mitreden wollte.
Samstag, 25.August, 4.Etappe, 110 Km
Autos: Die Erfolgsgeschichte riss nicht ab: hinter dem Wiederholungstäter Zapletal auf dem ersten Platz, reihten sich Sándor Kis und Lászlo Palik ein. Der Führende war wie auch bei den Etappen zuvor sehr zuversichtlich:“ Ich bin wirklich zufrieden, wir sind vorsichtig gefahren, denn wir sind im Vorteil. Wir hatten ein wenig Probleme mit dem hinteren Lager, aber glücklicherweise konnten wir den Service Park erreichen und die defekten Teile austauschen, so dass wir ein perfektes Auto zur Verfügung hatten. Heute haben wir körperliche und geistige Stärke bewiesen. Obwohl die Strecke sehr hart und schwierig ist, macht es mir richtig Spaß! Ich denke, dass die Technik das Rennen entscheiden wird und wenn’s weiter so gut läuft, haben wir kein Problem.“
Wegen technischer Schwierigkeiten musste Josef Sykora den Service Park ansteuern, wo sie enorm viel Zeit verloren und erst als 20. ins Ziel kamen.
Motorräder: Wie schon in den letzten Etappen machten die drei Spitzenreiter Ivan Jakes, David Pabiska und Jaroslav Katrinak den Sieg unter sich aus: Dabei blieb es bei den Machtverhältnissen der dritten Etappe- abermals gewann der Slowene Jaroslav Katrinka , knapp 30 Sekunden hinter ihm rauschten Jakes und seine KTM 450 über den Zielstrich und David Pabishka folgte kurz darauf.
Sonntag, 26.August, 5.Etappe, 120 Km
Autos: Niemanden überraschte es wirklich, dass das tschechische Duo Zapletal/Janacek auch in dieser Wertungsprüfung von keinem Fahrer überholt wurde und so fuhren sie ihren 5. Etappensieg in Folge ein. Mit einem Rückstand von 4 Minuten kam Sandòr Kis ins Ziel, der sich vor dem Start um 6:40 Uhr noch etwas schlaftrunken ans Mikrophon gewagt hatte: „ Es war wirklich hart, heute morgen aus den Federn zu kommen, ich habe nur viereinhalb Stunden geschlafen. Heute werden wir uns nicht beeilen, sondern zum Vergnügen fahren- wir müssen sehr auf das Auto Acht geben, denn bei dieser Strecke kann es schnell ins Auge gehen, wenn man nicht aufpasst! Das ist der letzte Teil des Rennens und ich werde langsam fahren. Aber vorher muss ich noch etwas frühstücken.“
Aber nicht für alle Fahrer war die Etappe das reine Vergnügen: Das Vater-Sohn-Duo Sykora waren wieder einmal die Pechvögel des Rennens: Wegen einer gebrochene Kupplung konnten die Tschechen zum dritten Mal in Folge eine Rallye nicht zu Ende fahren- besonders bitter, nach den Aufgaben in Spanien und Wales in diesem Jahr.
Motorräder: Für die Fahrer mit dem zweirädrigen Untersatz ging es bereits auf den letzten Teilabschnitt, sie fuhren nur 5 Etappen insgesamt. Ivan Jakes und Jaroslav Katrinkak lieferten sich ein heißes Kopf- an Kopfrennen um den Sieg auf der 120 Kilometer langen Strecke und wieder konnte sich Katrinak durchsetzen. Schade für ihn, dass die Steinkollision von der 2.Etappe seine Träume vom Sieg zerstört hatten, die schlechten Platzierungen auf den ersten beiden Etappen, die er als 16., bzw 17. beendet hatte, konnte er auch mit den drei ersten Plätzen danach nicht mehr gutmachen und versäumte somit einen Platz auf dem Podium. Sieger des Rennens mit einer Fahrzeit von 06:04:30 war daher Jakes Ivan, der Tscheche Pabiska landete mit 7 Minuten 35 Sekunden Rückstand auf dem zweiten Platz, Dritter wurde Mickael Naudet.
Der Deutsche Ingo Zahn duellierte sich mit dem Franzosen und wollte noch weiter in der Gesamtwertung vorrücken, musste sich aber dann mit der KTM 525 Rallye mit einem guten 4. Platz zufrieden geben.
Sonntag, 26. August, 6. Etappe, 170 Km
Autos: 6 auf einen Streich: Miroslav Zapletal und Miroslav Janacek ließen es sich nicht nehmen, ihren Sieg bei der Baja Ungarn mit dem Sieg von allen Wertungspüfungen perfekt zu machen. Der Tscheche zeiget sich begeistert von dem neuen Mitsubishi Strakar und scharrte schon mit den Hufen für das nächste große Rennen: „ Es war eine anspruchsvolle Strecke und wir hatten ein bisschen Angst um unser Auto, denn es war erst das 2. Rennen mit dem Wagen. Bis jetzt gefällt es uns sehr gut und wir können es kaum erwarten, bei der Dakar zu starten und hoffen, dass wir dort eine gute Leistung bringen können.“
Sàndor Kis, der mit seinem Copiloten Pèter Czeglèdi mit 10 Minuten Rückstand auf die Führenden den 2. Platz in der Gesamtwertung belegte, war nach dem Renne guter Dinge: „ Das war ein sehr aufregendes Wochenende. Ich musste an mir arbeiten und heute habe ich mich wirklich konkurrenzfähig zu Zapletal gefühlt. Ich denke, wir werden uns spannende Zweikämpfe liefern, in den nächsten Rennen. Respekt an die Organisatoren, sie haben einen tollen Job gemacht! Unser Auto lief super und Peter, mein Beifahrer war einfach erste Klasse! Glückwunsch an das ganze Team, die Silbermedaille ist für uns genauso viel wert wie eine Goldene.“
Aus deutscher Sicht ein passables Ergebnis war der gesamt-siebte Platz für das einzige deutsch-österreichische Duo Wolfgang Mayer/ Philipp Schönleiter. Für Schönleiter war es neben dem erfahrenen Österreicher die erste Teilnahme an einer Profi-Rallye.Für einen kurzen Moment gab es aber für das Duo eine aufregende Minute: plötzlich verspürte man einen harten Schlag und wurde von dem im Staub unsichtbaren Hintermann von der Strecke abgeschossen. Nach einer kurzen Besichtigung des geringen Schadens abseits der Strecke konnten beide die Fahrt fortsetzen. Mit dem von Ewald Holler aufgebauten Hekla Cars Toyota Proto fuhren sie den sehr beachtlichen 3. Platz in der Dieselwertung ein. Probleme habe es mit dem neuen Auto kaum gegeben, lediglich die Sprechanlage fiel auf der letzten Etappe kurzzeitig aus, aber das Team schaffte es auch, sich mit Handzeichen zu verständigen und stellte damit das gute Zusammenspiel von Fahrer und Copilot unter Beweis,
Auto:
| Position | Pilot |
Nationalität |
Copilot |
Nationalität |
| 1 |
Zapletal, Miroslav |
CZE |
Janacek, Mirsolav |
CZE |
| 2 |
Kis, Sàndor |
HUN |
Czegledi, Pèter |
HUN |
| 3 |
Palik, Làszlo |
HUN |
Daràzsi, Gàbor |
HUN |
| 4 |
Prochàzka, Petr |
HUN |
Nemajer,Vladimir |
HUN |
| 5 |
Sarrang, Balàsz |
HUN |
Stark, Gàbor |
HUN |
| 6 |
Lukàcs, Andràs |
HUN |
Ferke, Victor |
HUN |
| 7 |
Mayer, Wolfgang |
AUT |
Schönleiter,Philipp |
GER |
| Marke | Zeit |
| Mitsubishi Strakar |
8:25:20 |
| AutoPort Evo 4 |
8:35:33 |
| Nissan PickUp |
9:03:35 |
| Mitsubishi Pajero |
9:23:45 |
| Mitsubishi Pajero |
9:32:05 |
| G.Baba Proto TDI |
10:00:48 |
| Hekla Cars Toyota Proto |
10:35:33 |
Motorrad:
| Position | Pilot | Nationalität |
| 1 | Jakes, Ivan |
SVK |
| 2 | Pabiska, David |
CZE |
| 3 | Naudet, Mickael |
F |
| 4 | Zahn, Ingo |
GER |
| 5 |
Gyenes,Emanuel |
ROM |
| 6 |
Saghmeister, Gabor |
SCG |
| Marke |
Gruppe |
Zeit |
| KTM 450 |
M1 |
6:04:30 |
| Suzuki DRZ 400 |
M1 |
6:12:05 |
| KTM 525 EXC |
M2 |
6:26:27 |
| KTM 252 Rallye |
M2 |
6:29:35 |
| KTM 300 EXC |
M1 |
6:47:30 |
| Honda CRF 450 |
M1 |
6:54:59 |
Artikel vom 27.08.2007