Motor & Sport

PATAGONIA ATACAMA POR LAS PAMPAS RALLYE 2007

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Vor der atemberaubenden Kulisse der chilenischen Natur wurden die Fahrer von Schnee, Regen und Sonnenschein begleitet.

4116 km lang war die Strecke der diesjährigen Patagonia Atacama, davon 2315 km Wertungsprüfung. An den Start gingen 18 Autos, 27 Motorräder und 3 LKWs aus ingesamt 15 Nationen.

Dienstag, 28. August, 1. Etappe: Bariloche ( Argentinien) - Valdivia ( Chile) 481 km insgesamt, 182 km Wertungsprüfung

Autos: Schnee soweit das Auge reichte: Bald bekamen die gestarteten Autos auf der Strecke Probleme, denn in den chilenischen Wäldern waren die Straßen mit Eis und Schnee überzogen, andere Streckenabschnitte verwandelten sich unter den Rädern in reinste Schlammbäder. Am besten mit den erschwerten Bedingungen kam Luc Alphand zurecht, er bewältigte die 182 km in nicht einmal 3 Stunden. Hinter ihm fuhr der Brasilianer Paolo Nobre mit dem BMW X3 ins Ziel, vor dem Etappendritten Jose Luis Monterde (Nissan Navarra).

Motorräder: Da am Vorabend des Rennens im Grenzgebiet zwischen Argentinien und Chile heftiger Schneefall eingesetzt hatte, der manche Straßen nahezu unpassierbar machte, konnten einige Teilnehmer nicht rechtzeitig am Start erscheinen. Das Rennen startete und auf der rutschigen Strecke stürzte der französische Spitzenfahrer David Casteu und verstauchte sich den rechten Daumen. Nachdem auch die anderen Fahrer Schwierigkeiten hatten, entschied sich die Organistaion kurzfristig während des Rennens, die erste Wertungsprüfung für die Motorräder abbzubrechen.

LKWs: Auf der ersten Etappe hatten die Fahrer Schwierigkeiten, mit den LKWs nicht im bis zu 40 cm hohen Schnee stecken zu bleiben.

Mittwoch, 29. August, 2.Etappe: Valdiva – Concepción 704 km insgesamt, 466 km Wertungsprüfung

Autos: Auf der zweiten Etappe erwarteten das Fahrerfeld zunächst 180 km lang hervorragende Straßenverhältnisse ohne höhere Ansprüche an die Navigation. Anschließend führte die Route über ein 50 km langes Stück am feinen Sandstrand und wieder zurück auf die Straße. Der zweimalige Wechsel des Untergrundes war die größte Herausforderung des Tages an die Fahrer. Luc Alphand konnte seinen Erfolg in der ersten Etappe wiederholen, auch bei den Verfolgern änderte sich wenig: José Luis Monterde blieb dem Franzosen dicht auf den Fersen, Tagesdritter wurde Paolo Nobre im BMW X3. Der Führende berichtete von Problemen, auf dem groben Untergrund, der durch das Wetter der letzten Tage sehr aufgewühlt war, die Strecke zu finden.

Motorräder: Nach der Schlechtwetterfront vom Vortag zeigte sich Petrus am Mittwoch gnädig und empfing die Motorradfahrer auf ihrer ersten Etappe mit gleißendem Sonnenschein. Etappensieger wurde der Spanier Marc Coma nach 6 Stunden und 52 Minuten. Der gehandicapte David Casteu kam als zweiter ins Ziel, dicht gefolgt von Fransisco Lopez. Nach einem Sturz musste der Brasilianer Rodolpho Mattheis das Rennen aufgeben, er kam in ein nahe gelegenes Krankenhaus, seine Verletzungen waren glücklicherweise nicht lebensbedrohlich.

Donnerstag, 30.August, 3.Etappe: Concepción – Pichilemu 489 km insgesamt, 395 km Wertungsprüfung

Autos: Die dritte Etappe wartete mit einer für die Navigation anspruchsvollen Strecke auf, die allerdings die Schönheit der chilenischen unberührten Natur zeigte. Über befestigte Straßen, am Strand entlang und durch die Wälder führte der Parcours auch Luc Alphand, der sich wieder als schnellster Fahrer des Tages offenbarte, hinter ihm überraschend der Neuling Orlando Terranova im BMW X3 und José Luis Monterde. Auf der Fahrt ins chilenische Surferparadies Pichilemu musste die Rallye-Organisation wegen der starken Regen und Schneefälle der letzten Tage und einem entsprechend erhöhten Meeresspiegel das Rennen nach dem 3. Kontrollpunkt abbrechen, so dass den Fahrern der letzte Streckenabschnitt durch die hohen Dünen versagt blieb, was alle sehr bedauerten.

Motorräder: Der Abbruch des Rennens kam allerdings etwas zu spät für Marc Coma. Weil er nicht exakt dem Roadbook folgte, fand sich der Spanier plötzlich so nahe am Meer, dass ihn eine Welle mit in die Fluten riss.“ Mir stand das Wasser bis zum Hals“, erzählte er danach, „Glücklicherweise war ein Pick-Up zur Stelle, der mich mit einem Seil wieder an den Strand ziehen konnte.“ Gerade, als Marc Coma mit seiner Maschine mit dem abgesoffenen Motor am Strand stand, rollten Chaleco und Casteu, dessen rechte Hand wieder vollends einsatzfähig war, heran. Coma gab ihnen Handzeichen, dass sie nicht zu dicht an den Strand kommen und weiterfahren sollten, aber die beiden Mitstreiter erwiesen sich als faire Sportler und halfen dem Gestrandeten, seine KTM wieder zum Laufen zu bringen. Verfroren und mit vom Salzwasser verkrusteten Anzügen kamen die 3 schließlich ins Ziel in Bivouac, ebenso wie Jordi Viladoms und Pal Ullevalseter, die auch mit heranrollenden Wellen Bekanntschaft machen mussten. Da war es eine weise Entscheidung der Veranstalter, das Rennen abzubrechen. Erster, trotz des Abstechers ins Meer, wurde Marc Coma, dahinter kamen seine Helfer Casteu und Viladoms ins Ziel.

Freitag, 31. August, 4.Etappe: Pichilemu – Vina del Mar 292 km insgesamt, 90 km Wertungsprüfung

Autos: Die letzte Wertungsprüfung, bevor es in die Dünen ging, war eine kleine Verschnaufspause für die Fahrer. Etappensieger auf dem 90 km kurzen und recht unkompliziert zu fahrendem Stück wurde Orlando Terranova, die Konkurrenten Nobre, Alphand und Monterde waren wie gewohnt dicht dahinter. Die Führung mit knapp einer Stunde Vorsprung vor Monterde hatte weiter Luc Alphand in sicherer Hand. Bonbon des Tages war die 3km lange Strecke in der Nacht, mitten im herzen von Vina del Mar. Vor der atemberaubenden Kulisse des in Mondlicht getauchten Hafens, jubelten tausende Chilenen den Fahrern zu.

Motorräder: Die KTM. Mechaniker hatten die ganze Nacht hart gearbeitet, um Marc Comas Maschine wieder flottzukriegen, denn die Elektronik und der Motor hatten durch das unfreiwillige Bad im Meer stark gelitten. Sieger des Tages wurde David Casteu vor Herde Rodrigues, Chaleco und Coma. In der Gesamtwertung blieb weiter Marc Coma an der Spitze, mit 12 Minuten 05 Sekunden Vorsprung vor Casteu und 13 Minuten 45 Sekunden vor Chaleco.

Samstag, 1. September, 5.Etappe: Vina del Mar – La Serena 438 km insgesamt, 31 km Wertungsprüfung
Autos: Auch wenn blos 31 km auf dem Tagesplan standen: diese hatten es in sich! Nach 9 km Strandfahrt ging es ab in die Dünen, 20km durch die sehr eng beieinander stehenden Sandhügel, die es fast unmöglich machten, tempo aufzunehmen. Das Navigieren auf diesem Streckenabschnitt war eine echte Herausforderungen und man erwartete, dass die Gesamtwertung noch einmal kräftigt durcheinander gewirbelt würde. Die Autowertung ging auf der 5. Etappe wieder an Luc Alphand und das obwohl er verspätet an den Start kam, da sein Helm noch im Teamfahrzeug lag und er anfangs Schwierigkeiten hatte, die richtige Strecke zu finden. Auch für Orlando Terranova und seinen Beifahrer Lee Palmer barg der Kurs einige Probleme: Gilles Picard , der hinter ihnen gefahren war, sah Lee Palmer, der ihm per Handzeichen zu verstehen gab, nicht dorthin zu fahren, wo der Wagen von Terranova verschwunden war. Und tatsächlich: der BMWx3 befand sich in einer sehr misslichen Lage: Terranova war in eine Senke geraten und 2 Räder des Autos hingen in der Luft. Und wieder zeiget sich fairer Sportsgeist im Rennen: Monterde, der die Situation bemerkte, eilte zu Hilfe und die beiden gegnerischen Teams zogen an einem Strang, um das Auto wieder flott zu kriegen.

Motorräder: Der schnellste in der Sandschlacht war unter den Motorrädern Pal Ullevalseter, Coma fuhr auf den 3. Platz und David Casteu auf den 4. Der Franzose war begeistert von der Strecke.“ Das waren die besten Dünen, die ich je heruntergebraust bin.“, strahlte er. Sowohl Casteu als auch Marc Coma erzählten im ziel von einem amüsanten Zwischenfall- unabhängig voneinander hatten beide unbemerkt einen Drahtzaun überfahren und waren in einen kleinen Fluss geraten, den sie ein Stück weit hinauffuhren, bis sie vor dem Dickicht am Ufer kapitulieren mussten. Auf dem Rückweg nahmen sie eine kleine Brücke und standen schließlich vor dem Zaun, den sie umgefahren hatten- beide fanden auf die Strecke zurück und lachten hinterher über ihren Querfeldeinausflug.

Sonntag, 2. September, 6.Etappe: La Serena – Bahía Inglesa 459 km insgesamt, 417 km Wertungsprüfung

Autos: Die sehr lange Etappe führte die Teilnehmer über Strandabschnitte, bergiges Gelände und lange Straßenfahrten. Nach 7 Stunden im Auto kam Luc Alphand erschöpft aber glücklich im Ziel an und scherzte :“ Das war keine Etappe für schwache Arme!“ Jose Luis Monterde verlor über eine Stunde auf der Etappe, denn ihr Auto erlitt über 100 km vor dem ziel einen Getriebeschaden. Auch nach über 2 Stunden gelang es ihm und seinem Copiloten Jean-Marie Lurquin nicht, die defekten Teile zu reparieren und so mussten sie die Asphaltstrecke nehmen, um überhaupt in Bahia Inglesa Bivouac anzukommen. Aber sie waren bei weitem nicht die einzigen, die Probleme hatte: um halb neun Uhr Abends waren erst 5 wagen am Zielort angekommen, darunter Alphand, Terranova, Eguiguren, Llobet und Monterde, der auch noch Strafminuten kassierte.

Motorräder: Tagessieger bei den Motorrädern wurde Marc Coma, der seinen Vorsprung verdoppeln konnte-„ das war eine tolle Etappe, aber jetzt bin ich auch ziemlich müde, weil man sich so lange konzentrieren musste und die Navigation nicht ganz einfach war.“ David Casteu hatte Pech, sein GPS fiel aus und das machte dem Franzosen einen Strich durch die Rechnung-„ Ich bin enttäuscht, ich hätte bestimmt ein gutes Resultat herausfahren können- ich muss diese Etappe einfach abhaken.“ Einen guten 4. Platz ergatterte Herde Rodrigues auf der KTM 690 Rallye.

Montag, 3. September, 7. Etappe: Bahía Inglesa - Bahía Inglesa 230 km insgesamt, 228 km Wertungsprüfung

Autos: Die siebte Wertungsprüfung war eine komplette Offroad-Strecke: die höchsten Dünen der Welt und Unmengen von heißem Sand wurden vom Fahrerfeld durcheinander gewirbelt. 20 Sekunden vor Orlando Terranova rauschte Luc Alphand ins Ziel, Paolo Nobre kam 51 Sekunden danach an. Monterde hatte wieder Pech: der Nissan Navara erlitt einen Achsbruch und büste weiter Zeit auf den Führenden ein.

Motorräder: Das Wüstenspektakel nutzte Marc Coma für sich, die Konkurrenten David Casteu und Pal Ullevalseter waren ihm dicht auf den Fersen. Rodrigues kam langsam richtig in Form und beendete das Rennen auf dem 5. Platz. Andres Tamm verlor durch einen unbemerkten Defekt an seiner Maschine mitten in den Dünen seinen gesamten Treibstoff und hatte Glück, das der zehntplazierte Jaime Prohens vorbeikam und ihn mit Benzin versorgte, so dass er das Renen beenden konnte. Weniger glimpflich ging es für den Polen Marek Debrowski aus: Er stürzte und wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Copiaò geflogen, wo ein gebrochenes Handgelenk und eine verstauchte Schulter diagnostiziert wurden. Dem Dünenterrain Tribut zollen musste auch Chaleco Lopez, der seine Kette verlor und in der Tageswertung auf den 14. Platz zurückfiel.

Dienstag, 3. September, 8. Etappe: Bahía Inglesa – Antofagasta 582 km insgesamt, 503 km Wertungsprüfung

Auto: Diese lange Etappe führte die Teams durch die Atacama Wüste, die trockenste der Welt. Dabei mussten die Fahrer besondere Herausforderungen annehmen, so zum Beispiel ein Abschnitt durch ein ausgetrocknetes Flussbett. Für Luc Alphand gab es an diesem Tag eine böse Überraschung, als der Motor des Mitsubishi Eco Nafta Probleme machte, so dass Alphand und sein Beifahrer Gilles Picard nur den 4. Platz erreichten. Glücklicher Sieger der Etappe war Orlando Terranova, eine beachtliche Leistung des Ralleyeneulings. Vor der letzten Etappe führt weiterhin Alphand vor Nobre und Monterde.

Motorräder: Glück im Unglück hatte David Casteu – beim verlassen des ersten Kontrollpunktes kollidierte er mit einem LKW! Glücklicherweise verletzte er sich dabei lediglich an der rechten Schulter. Das Rennen gewann Marc Coma vor Ullesalveter und Viladoms.

Mittwoch, 4.September, 9. Etappe: Antofagasta – Iquique 441 km insgesamt, 48 km Wertungsprüfung

Autos: Am letzten Renntag der 10. Patagonia Atacama Rallye galt es für das Fahrerfeld, nur noch 48 km zu überwinden, wobei diese gespickt waren mit einem echten Highlight: Nachdem es durch hügeliges Gelände ging, führte die Straße schließlich zu einer der steilsten Dünen der Welt: innerhalb von 2,5 km war eine Höhendifferenz von 1100 Metern zu überwinden! Luc Alphand hatte wieder Probleme mit seinem Auto, aber der 4- stündige Vorsprung auf Terranova sollte Polster genug sein! Am Ende der Rallye winkten das Podium und der Champagner für den erwarteten Gewinner Luc Alphand und seinen Beifahrer Gilles Picard! Für den Franzosen war es dieses Jahr der 2. Sieg in Folge! Die Neulinge Orlando Terranova und Lee Palmer feierten mit ihrem BMW X3 einen tollen Erfolg mit dem 2. Platz auf dem Siegertreppechen, gefolgt von Paolo Nobre und Felipe Palmeira.

Motorräder: Die letzte Etappe zwischen Antafogasta und Iquique konnte Francisco „chaleco“ Lopéz für sich entscheiden, mit einer Bestzeit von 36 Minuten und 35 Sekunden. Er landete in der Gesamtwertung aufgrund seiner Probleme mit der Kette während der 7.Etappe nur auf dem 4. Platz. Sieger der Rallye war, wie abzusehen, Marc Coma - der Spanier hatte einen Vorsprung von über 2 Stunden auf den Zweitplazierten Pal Ullevalseter. Marc Comas Teamkollege Jorid Viadoms belegte den 3. Rang.

Text: Kopf – Müller, Fotos: Renata Giorgi

Auto:
PositionPilot Nationalität Copilot Nationalität
1 Alphand,Luc F Gilles, Picard F
2Terranova, Orlando RA Palmer, Lee AUS
3Nobre, Philippe BR Palmero, Filipe P
4Memi, Andres RA Trippar, Daniel RA
5Latrach,Jorge RCH Aliaga,Americo RCH

MarkeZeit
Mitsubishi Pajero Evolution 19:02:59
BMW X3 33:03:37
BMW X3 44:25:13
Mitsubishi L200 52:46:36
Toyota Prado 55:18:25

 

Motorrad:

PositionPilotNationalität
1Coma, Marc E
2Ullevalseter, Pal N
3Viladoms, Jordi E
4Lopes,Francisco RCH
5 Czachor,Jacek PL

MarkeZeit
KTM 660 23:48:34
KTM 660 25:56:18
KTM 660 26:41:50
Honda 450 26:50:00
KTM 450 29:18:40

 

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