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BAJA Groß Britannien –Wales 2007

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Regen statt Staub:
Ein kleines aber feines Starterfeld nahm bei der professionell organisierten Baja GB in Wales bei Dauerregen die kurzen Wertungsprüfungen in Angriff.

Freitag,17. August, Prolog/ 1. Etappe, Autos – 9,6 km
Der dritte Lauf (von vier Bajas) rund um die F.I.A. International Cup für Cross- Country Rallyes fand in Wales statt. 18 Autoteams aus 14 verschiedenen Ländern gingen am Freitag auf die knapp 10 Km lange Strecke des Prologes. Im Fahrerfeld vertreten waren Vorjahressieger Ian Rochelle mit seinem Bowler Wildcat, F.I.A. Baja Cup Champion 2005/2006 Marc Blasquez, der russische Führende Boris Gadasin im Nissan Navara sowie Sheik Hamed Bin Eid Al- Thani im Mitsubishi Pajero. Für den an Wüstenterrain gewöhnten Al-Thani war es die erste Rallye, die auch durch Waldstücke führte. Er ist bereits in Italien und Spanien angetreten wo er Plätze innerhalb der Top Twenty belegte. Mit dem gleichen Autotyp in Wales am Start waren für die Tschechei Miroslav Zapletal und Zdenek Porizek. Die Slowenen Josef und Marek Sykora traten ebenfalls im Mitsubishi Pajero an. Mit Respekt traten die Favoriten der anspruchsvollen Strecke entgegen. „ Letztes Jahr habe ich das Rennen gewonnen und es war ein phantastisches Gefühl, der erste Sieger der Baja GB zu sein“, so Ian Rochelle, „ aber dieses Jahr wird es nicht einfach sein, den Siegder 2. Baja Wales zu wiederholen. Die Konkurrenz ist hart, aber wir geben unser Bestes.“ Auch der Spanier Marc Blasquez zeigte sich nur vorsichtig optimistisch: „ Wir haben zwar die Meisterschaft in den letzten zwei Jahren gewonnen, aber dieses Jahr wird es schwer sein. Wir mussten in Italien aufgeben und hatten ein schlechtes Ergebnis in Spanien. Dieses Jahr bin ich mit einem privaten Team unterwegs und wir fahren die Rennen mit verschiedenen Autos. Ich versuche mein Bestes, aber gerade in den Waldstücken wird es nicht einfach sein.“ Erster des Prologes war schließlich Boris Gadasin mit seinem Beifahrer Mironenko. Marc Blasquez schaffte es nur auf den sechsten Platz, aber noch schlimmer traf es Ian Rochelle im Dauerregen: Am Anfang eines Waldstückes brach die Antriebswelle. Am Ende reichte es zwar noch für einen 15. Platz, der Schaden am Bowler aber war irreparabel und so war der Brite gezwungen, sehr enttäuscht das Rennen aufzugeben. In der T2 Wertung kämpften Francesco Termens in seinem Mitsubishi Montero, Hamad Al-Thani und Andrea Spinellium den T2 Championtitel. Im Prolog fuhr der Spanier Francesco Termens auf den 10. Rang und erzielte von den drei Konkurrenten damit das beste Resultat.

Samstag, 18. August, 2. Etappe, Sweet Lamb 69,91 km, Autos
Auf der ersten Wertungsetappe war Miroslav Zapletal Tagessieger mit seiner Bestzeit von 53 Minuten und 27 Sekunden, aber der Brite Graham Middleton schaffte es, ihn in der Gesamtwertung um 2 Sekunden zu überholen. Boris Gadasin hatte Pech: Die Reparatur seiner Scheibenwischer, die bei diesem Wetter unerlässlich waren, kostete ihn 2 Minuten und so reichte es am Mittag nur für einen 7 Platz. Boris Gadasin war unzufrieden mit dem bisherigen Rennverlauf und Rang 7 in der Gesamtwertung nach der 2. Etappe: „ Ich bin unglücklich im Moment. Wir hatten auf der ersten Etappe Probleme und müssen unbedingt Zeit gutmachen. Die Wege sind sehr eng und das könnte heute Nachmittag zum Problem werden. Es wird nahezu unmöglich sein, zu überholen.“ Marc Blasquez fuhr mit seinem Nissan Navara auf den dritten Platz. Bei den typisch englischen regnerischen Verhältnissen traten bei vielen Fahrern Probleme auf, der Spanier Jose-Manual Garcia berichtete:“ Es ist sehr rutschig da draußen im Wald und ich bin sicher, dass das heute Nachmittag auf der zweiten Runde noch schlimmer wird.“ Pech für den Italiener Spinelli: Der Kampf um den Sieg in der T2 Wertung rückte für ihn in weiter Ferne, denn er blieb im Schlamm stecken und erst nach über 2 Stunden gelang es ihm, den Wagen freizubekommen. Somit kam es zum Duell zwischen Francesco Termens und Hamad Al-Thani: Der Spanier kam von der Piste ab und hatte schließlich 4 Minuten Rückstand auf Al-Thani in der Gesamtwertung. Das Vater- Sohn- Duo Sykora gehörte ebenfalls zu den Pechvögeln des Tages: Nach einem Navigationsfehler auf einem Plateau setzte Josef das Auto beim Rückwärtsfahren zielsicher in das einzige Loch weit und breit. Es ging weder vor noch zurück und wutschnaubend machte er sich auf die Suche nach einem Auto, dass den Mitsubishi Pajero aus dem Graben ziehen sollte: erst nach 30 Minuten gelang es ihm, Hilfe aufzutreiben und somit handelten sie sich einen Rückstand von über 38 Minuten auf den Führenden Middleton ein.

18. August, 2. Etappe, Sweet Lamb 60,31 km, Motorräder
In der Motorradklasse gingen 23 Fahrer an den Start, darunter Lee Edmonson auf der Honda CRFX 250. Der Sieger von 2006 hatte sich erst vor ein paar Wochen entschieden, an der Baja in Wales teilzunehmen, anstatt wie ursprünglich geplant in Finnland bei der Junior Enduro Championship zu starten. Dieses Jahr bekam er von seinem älteren Bruder Derrick Edmonson und seiner KTM EXC-RS Konkurrenz gemacht. In der Squadklasse gingen 4 Fahrer an den Start, Mark Calzoni, Paul Green, Daniel Upton und die erst 17 Jahre junge Sportmanagement-Studentin Naomi Ridley. Vorjahressieger Matt Lee zog dieses Jahr die Motorradklasse vor. Auch die Motorradfahrer mussten dem Regen trotzen: Am Besten gelang dies Rowan Jones, der den ersten Platz belegte. Für den Landsmann war das Heimspiel aber auch eine Rutschpartie: „Es macht zwar eine Menge Spaß, aber die Strecke ist sehr glitschig und wenn das so weiterregnet wird es heute Nachmittag so weitergehen.“ Den 2. Platz belegte Ashley Woods auf der Par Honda CRFX.

18. August, 3. Etappe, Tarenig, 51,38 km, Autos
Auf der dritten Etappe hatte Graham Middleton in der Gesamtwertung die Nase vorn, aber der Spanier Blasquez folgte ihm dicht auf den Fersen mit nur 4 Sekunden Rückstand auf dem zweiten Platz. Gadasins Befürchtungen traten nicht ein, denn der Russe fuhr als Zweiter über die Ziellinie und belegte somit in der Gesamtwertung den 4. Platz. Sieger der dritten Wertungsprüfung war Marc Blasquez, der damit den gesamtzweiten Platz belegte, dicht gefolgt von Miroslav Zapletal und seinem Mitsubishi Pajero. Auf den vierten Teil der Regenschlacht freute sich der Spanier Blasquez bereits: „ Die Etappe heute Morgen war schwer und man konnte leicht Fehler machen. Aber ich habe die zweite sehr genossen. Jetzt habe ich ein gutes Tempo gefunden und kann heute Nachmittag eine gute Position einfahren.“ In der T2 Wertung hatte Francesco Termens zwar auf der Etappe den längeren Atem und überholte den Quatari Al-Thani um 15 Sekunden, das reichte jedoch nicht für einen Führungswechsel im Kampf um den Titel in der T2 Wertung.

18. August, 3. Etappe, Tarenig, 51,31 km, Motorräder
Auch die zweite Etappe am Vormittag konnte Rowan Jones für sich entscheiden. Hinter dem Spitzenreiter duellierten sich dieses mal die Brüder Edmonson, wobei Derrick den jüngeren Bruder auf den vierten Platz in der Geamtwertung Platz verwies. Dennoch zeiget sich Lee Edmoson zufrieden:„ Ich bin wirklich froh, dass ich dieses Jahr doch gekommen bin. Ich habe mich ja erst vor kurzem dazu entschlossen. Die Strecke ist viel besser als letztes Jahr und ich genieße das Rennen bis jetzt sehr.“

18. August, 4. Etappe, Sweet Lamb 2, 60.31 Km, Autos
Zum zweiten Mal an diesem Tag lag die rund 60 km lange Strecke Sweet Lamb vor den Fahrern und der herabströmende Regen tat sein Übriges, so dass sich der Boden in eine schlammige Rutschbahn verwandelte. Miroslav Zapletal fuhr den Etappensieg ein. Das T2- Duell spitzte sich zu: Wieder gelang es dem Spanier, Al-Thani zu überholen und nun schrumpfte der Vorsprung in der Gesamtwertung auf 1 Minute und 23 Sekunden zusammen.

18. August, 4. Etappe, Sweet Lamb 2, 60.31 Km, Motorräder
Weder vom Dauerregen als von der Konkurrenz schien sich der Brite Rowan Jones einschüchtern zu lassen: Erneut sicherte er sich den Etappenerfolg, Derrick Edmonson und Craig Bounds konnten nur hinterherfahren. Unerschütterlich daher auch Rowans Position an der Spitze der Gesamtwertung.

18. August, 5. Etappe, Tarenig 2, 51,38 Km, Autos
Die zweite Nachmittagsetappe ging an Boris Gadasin im Nissan Navara, dem Auto, mit dem Colin Mc Rae die Transiberico Rallye gewonnen hatte. Die Aufholjagd von Francesco Termens ging währenddessen in der T2 Klasse in eine neue Runde: der Spanier und sein Beifahrer Jordi Vilalta fuhren in ihrem Mitsubishi Montero auf den sechsten Platz der Wertungsprüfung. Al-Thanis Mitsubishi Pajero landete nur auf dem achten Rang und der Quatari konnte nur haarscharf, mit 12 Sekunden den internen Titel behalten. Graham Middleton, der nach der fünften Etappe den zweiten Rang in der Gesamtwertung hinter Marc Blasquez belegte, freute sich: „ Heute lief es gut für uns wir haben gezeigt, dass wir mit den Besten aus der Rennszene mithalten können. Morgen ist ein anderer Tag, aber wir werden alles geben! Die Baja zu gewinnen wäre ein großartiger Erfolg!“ Daraus wurde jedoch nichts, das F.I.A.-Regelwerk brach dem Engländer das Genick! Sein Auto lag 90 Kg unter dem zugelassenen Mindestgewicht und somit wurde der Brite disqualifiziert.

18. August, 5. Etappe, Tarenig 2, 51,38 Km, Motorräder
Wieder einmal hieß der Etappensieger Rowan Jones, dieses mal im Ziel vor Craig Bones und Derrick Edmonson, dessen kleiner Bruder Lee das Rennen wegen Motordefekt aufgeben musste.

19. August, 6. Etappe, Sweet Lamb 3, 60,31 Km, Autos
Die sechste Wertungsprüfung brachte eine große Überraschung: Aufgrund von Problemen mit dem Getriebe konnte Marc Blasquez das Rennen nicht zu Ende fahren. Der Traum von einem dritten Interantional Cup für Cross Country Rallyes 2007 platzte für den Spanier. Dies war die Chance für das tschechische Team um Miroslav Zapletal. Im regendurchweichten Wales machte Boris Gadasin das Rennen um den Etappensieg, die Gesamtwertung an diesem Tag führten schließlich Zapletal/ Janacek an, weil Marc Blasquez aussteigen musste. Im gesamten Baja Cup 2007 steigen die Chancen auf einen russischen Sieg. Das Vater- und Sohngespann Sykora fuhren nach der Enttäuschung vom Vortag auf einen guten dritten Platz in der Etappenwertung. Auf der 6. Etappe war der Führungswechsel dann unvermeidlich: Wie auch schon am Samstag kam Francesco Termens zwei Plätze vor Hamad Al-Thani ins Ziel und zog nun an dem Quatari in der Gesamtwertung mit 1 Minute 17 vorbei. Für den Italiener Franco Grigoletto folgte das Aus, ebenso wie schon einige Etappen vorher für seinen Landsmann Guiseppe Fornasari: Antriebswelle gebrochen- der einzige verbleibende italienische Vertreter hieß somit Andrea Spinelli, der aufgrund seines Ausfluges in den Matsch auf der 2. Etappe allerdings hoffnungslos abgeschlagen auf dem letzten Rang logierte.

19.August, 6. Etappe, Sweet Lamb 3, 60,31 Km, Motorräder
Die siebte Etappe brachte an der Spitze das gewohnte Bild: Rowan Jones baute seine Führung weiter aus, dahinter Derrick Edmonson und Craig Bounds.

19. August, 7. Etappe, Tarenig 3, 51,38 Km, Autos
Das Sykora-Duo hatte auf dieser Etappe mit technischen Problemen zu kämpfen und musste das Rennen schließlich aufgeben. Wertungsprüfungssieger war Boris Gadasin, aber Zapletal kam nur knappe anderthalb Minuten später ins Ziel und rettete somit seinen Vorsprung mit immerhin 3 Minuten und 49 Sekunden vor dem Russen in der Gesamtwertung. Die 7. Wertungsprüfung war für Francesco Termens eine große Enttäuschung: nachdem es ihm am Vortag gelungen war, Hamad Al-Thani die Führung in der T2 Wertung abzujagen, konnte er wegen mechanischer Probleme erst 10 Minuten später starten. Es gelang ihm nicht, den so entstandenen Rückstand wieder wettzumachen.

19. August, 7. Etappe, Tarenig 3, 51,38 Km, Motorräder
Die dritte Runde auf dem Tarenig Parcour entschied Derrick Edmonson für sich, allerdings nur knapp, denn schon nach 13 Sekunden rauschte sein Verfolger Rowan Jones ins Ziel. Dieser blieb auch weiter der Führende in der Gesamtwertung mit seiner Yamaha 450. Er gewann die Rallye GB souverän mit einem Vorsprung von 7 Minuten und 56 Sekunden. Rallye- Neuling Naomi Ridley fuhr ihr erstes Rennen mit dem Yamaha Raptor als dritte in der Quadwertung zu Ende.

19. August, 8. Etappe, Sweet Lamb 4, 60,31 Km, Autos
Die letzte Prüfung der Baja GB ging noch mal über den Sweetlamb Kurs. Der Russe Boris Gadasin gab mit seinem Nissan Navara alles, aber die Führung von Zapletal war mit den dreieinhalb Minuten schon zu weit ausgebaut, lediglich 55 Sekunden schaffte das russische Team noch gutzumachen: So hieß der Etappensieger Gadasin, die Sieger der 2. Rallye GB allerdings waren nach 5 Stunden 42 Minuten und 50 Sekunden Miroslav Zapletal und sein Beifahrer Miroslav Janacek. Den Titel in der T2 Wertung holte sich Hamad Al- Thani, der den 3. Platz in der Tages- und Gesamtwertung belegte. Darüber freute sich der Quatari sehr: „ Das ist ein fantastisches Ergebnis für mich! Ich habe die Rallye sehr genossen! Mein italienisches Team hat einen tollen Job gemacht und nun kann ich nach Portugal fahren, vielleicht sogar in einem T1 –Auto und versuche, um den Baja -Gesamtsieg mitzufahren. Aber das wird nicht leicht, wenn man sich die dortige große Konkurrenz betrachtet.“ Nach dem Pech vom Vormittag von Francesco Termens profitierte er nun vom Regelverstoß des Holländers Toni Van Diejne. Dieser hatte ursprünglich vor dem Spanier gelegen, dann aber 15 Strafminuten kassiert, nachdem ihm vorgeworfen wurde, dass er unrechtmäßig Hilfe von außen erhalten hatte. Somit rutschte Termens immerhin noch auf den vierten Rang in der Gesamtwertung vor.

Auto:
PositionPilot Nationalität Copilot Nationalität
1 Zapletal, Miroslav CZJanacek, Miroslav CZ
2Gadasin, Boris RUMironenko,Alexander RU
3Al Thani, Hamad Bin Eid QA Saryan, George AUS
4Termens, Francesco E Ilalta, Jordi E
5Hopkins, Richard GBToroysan, Gary GB
6Van Deijne, Tony NLRosegaar, Wouter NL

MarkeGruppeKlasseZeit
Mitsubishi Pajero T1 25:42:50
Mitsubishi Pajero T1 25:45:44
Mitsubishi Pajero T2 56:08:34
Mitsubishi Montero T2 56:19:31
Land Rover Discovery T1 26:23:23
Mitsubishi L200 T1 26:25:50

 

Motorrad:

PositionPilotNationalität
1Jones, Rowan GB
2Edmonson, Derrick GB
3Bounds, Craig GB
4Town, Clive GB
5 Evans, Adams GB
6 Walters, Lee GB

MarkeZeit
Yamaha 450 4:27:21
KTM EXC-R 4:35:17
BMW X Challenge 4:41:14
KTM 525 Rallye 5:13:03
kTM 520 MXC 5:17:04
MW 650 5:19:36

 

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